Das BtM-Rezept: Gelb und besonders

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Berlin -

Neben den klassischen Kassen- und Privatrezepten kommen in der Apotheke vor allem Betäubungsmittelrezepte (BtM-Rezepte) vor. Der Apo-Tipp gibt einen Überblick und klärt über Aufbau und Formalitäten der gelben Sonderlinge auf.

BtM-Rezepte werden meist mit besonderer Sorgfältigkeit und einer gewissen Portion Respekt beliefert: Denn bei der Abgabe gibt es einige Formalitäten zu beachten, die verordneten Substanzen werden bekanntermaßen in einem verschlossenen Tresor aufbewahrt. Die Formalien sind in Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) in Paragraph 9 geregelt. Ein BTM-Rezept ist gelb und besteht aus drei Teilen: Teil 3 bleibt zur Dokumentation beim Arzt, Teil 1 und 2 landen in der Apotheke und müssen entsprechend behandelt werden.

Dabei dient ein Durchschlag ebenfalls zur BtM-Dokumentation in der Apotheke, der andere Teil wird zur Abrechnung benötigt. Alle Teile müssen identisch ausgefüllt sein. Es bedarf zum einen der vollständigen Angabe der Patientendaten: Name, Adresse, Krankenkasse, IK- und Versichertennummer müssen angegeben sein. Ein BtM-Rezept ist außerdem auch in Bezug auf die Gültigkeit ein besonderes Exemplar: Denn es muss innerhalb von acht Tagen – also Ausstellungsdatum plus sieben Tage – vorgelegt werden. Danach verliert es seine Gültigkeit und muss neu ausgestellt werden.

Für die Verordnung des Arzneimittels gilt: Es muss die eindeutige Arzneimittelbezeichnung mit Name und Menge angegeben werden. Das verschriebene Arzneimittel muss zudem in Gramm, Milliliter oder Stückzahl je abgeteilter Form verordnet werden. Die Angabe „1OP“ oder der Normgrößen ist nicht zulässig. Bei der Verordnung von Pflastern muss zudem die Beladungsmenge angegeben werden. Manchmal geht diese auch schon aus der namentlichen Verordnung eindeutig und unzweifelhaft hervor – dann ist dies ausreichend und muss nicht separat erwähnt werden. Neben der korrekten und vollständigen Arzneimittelbezeichnung muss der Arzt ebenfalls eine eindeutige Gebrauchsanweisung mit Einzel- und Tagesdosis vermerken. Anderenfalls ist auch der Vermerk „gemäß schriftlicher Anweisung“ auf dem Rezept erlaubt.

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