Achtung Grapefruit!

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Berlin - Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und Arzneistoffen sind zwar bekannt, werden aber häufig unterschätzt. Neben Milch zählt auch die Grapefruit zu den üblichen Verdächtigen. Die Wechselwirkung zwischen den enthaltenen Furanocumarinen und zahlreichen Arzneistoffen kann im schlimmsten Fall zu Vergiftungserscheinungen führen.

Schuld an den gefährlichen Interaktionen sind die in der Grapefruit enthaltenen Furanocumarine und das Flavonoid Naringin*: Diese konkurrieren im Darm mit zahlreichen Wirkstoffen. Sie blockieren das Enzym Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4), welches für den Abbau der betroffenen Arzneistoffe verantwortlich ist. Das Enzym baut einen Teil der Wirkstoffe ab, bevor sie in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Dieser Abbauprozess wird bei der Dosierung von Medikamenten berücksichtigt.

Betroffen sind daher Arzneimittel, die von CYP3A4 abgebaut und normalerweise nur teilweise vom Körper aufgenommen werden. Wird das CYP3A4 nun durch die Furanocumarine gehemmt, verbleiben größere Mengen des Wirkstoffes im Körper. Wird über mehrere Tage Grapefruit in Kombination mit den betroffenen Arzneistoffen eingenommen, konzentrieren sich die Wirkstoffe im Körper und die Wirkung kann sich potenzieren: Es kommt zu gefährlichen Überdosierungen. In schweren Fällen kann es sogar zu Vergiftungserscheinungen kommen.

Die Liste der Arzneistoffe, welche durch Grapefruit beeinflusst werden, wird immer länger: Cholesterinsenker wie Simvastatin, Atorvastatin und Lovastatin zählen ebenso dazu wie zahlreiche Calciumcanalblocker, unter anderem Amlodipin, Felodipin oder Verapamil. Eine weitere Gruppe sind Immunsuppressiva wie Ciclosporin und Tacrolimus. Aber auch einige Krebsmedikamente, sowie Quetiapin, Domperidon, Tamsulosin und Carbamazepin sind gefährdet. Bei den genannten Wirkstoffen handelt es sich nur um einen Bruchteil der betroffenen Wirkstoffe. Ein Blick in den Beipackzettel gibt Aufschluss.

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