Dosierung bei Rezepturen

„Bei Bedarf“ ist keine genaue Angabe

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Berlin -

Lange Zeit waren Rezepturen von jeglicher Retax verschont. Doch seit ein paar Jahren bemühen sich die Kassen auch bei patientenindividuellen Cremes, Kapseln & Co. und schauen genauer hin. Vor allem beim Thema Dosierungsangabe machen die Krankenkassen keine Kompromisse: Wer ein Rezept ohne genaue Angabe der Dosierung in die Abrechnung gibt, der riskiert eine Retax.

Nach der Einführung der „Dj-Rezepte“ gehörte das Überprüfen der Dosierungsangabe für Apotheken zur alltäglichen Aufgabe. Vor allem in der Anfangszeit musste häufig mit dem verordnenden Arzt/der verordnenden Ärztin Rücksprache gehalten werden. Bei Rezepturen änderte sich durch die verpflichtende Angabe der Dosierung eigentlich nichts, denn hier war das verpflichtende Aufbringen einer ausführlichen Gebrauchsanweisung durch § 2 Abs. 4a AMVV bereits geregelt.

Dj bei Rezepturen nicht ausreichend

Doch wie genau muss die Dosierung auf einem Rezeptur-Rezept eigentlich aussehen? Was reicht bei einer patientenindividuellen Zubereitung aus? Anders als bei Fertigarzneimitteln kann der Arzt/die Ärztin nicht einfach „Dj“ verordnen. Diese Angabe reicht nicht aus. Der Hinweis auf das Vorliegen eines Medikationsplanes ebenfalls nicht. Zumal die exakte Dosierung auch auf das Gefäß der Rezeptur aufgebracht werden muss.

Angaben wie „Dj“, „bei Bedarf“ oder „abwechselnd mit der anderen Creme“ sind nicht ausreichend. Natürlich können Zusatzhinweise des Arztes/der Ärztin aufgebracht werden, doch die genaue Gebrauchsanweisung darf nicht fehlen. Es empfiehlt sich diese in kurzen, aber ausformulierten Sätzen aufzubringen. So sind Angaben wie „2-mal tgl. dünn auf den Arm auftragen“ zulässig. Zusätzliche Hinweise wie „nach der Anwendung Hände waschen“ oder „kühl und trocken lagern“ können zwar auch auf dem Etikett angegeben werden, jedoch handelt es sich hierbei um Hinweise, nicht um Angaben der Gebrauchsanweisung.

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