Husten durch Schnupfen?

Post-nasal-drip-Syndrom Cynthia Möthrath, 22.05.2019 15:20 Uhr

Berlin - Husten ist in der Erkältungszeit keine Seltenheit: Doch häufig liegt dem lästigen Symptom gar keine Infektion der unteren Atemwege zugrunde: Nicht abtransportierter Schleim aus den Nebenhöhlen kann einen chronischen Husten verursachen und zum „Post-nasal-drip-Syndrom“ (PNDS) führen.

Wenn die oberen Atemwege durch Infektionen gereizt werden, kommt es zu einer Überproduktion von Schleim in der Nase und den Nebenhöhlen sowie zum Anschwellen der Schleimhäute. Die Nebenhöhlen verstopfen schließlich und der Abfluss des Sekrets ist gestört. Häufig sucht sich der Schleim nun einen anderen Weg und tropft über den Rachenraum direkt in die unteren Atemwege. Dort führt das Sekret zu einer Reizung: Es kommt zu den typischen Beschwerden des PNDS.

Betroffene verspüren ein störendes Jucken oder Kratzen im Hals: Die Folge sind ständiges Räuspern und chronischer Husten. Auch Schluckstörungen oder Heiserkeit können durch das vermehrte Sekret im Rachenraum auftreten. Die Folge sind meist Geschmacksbeeinträchtigungen und ein vermindertes Riechvermögen. In schweren Fällen können auch ein Floßgefühl im Hals und Atemnot hinzukommen. Aufgrund der Beschwerden wird das PNDS häufig auch als Hustensyndrom der oberen Atemwege („upper airway cough syndrome“) bezeichnet.

Das PNDS ist eine der häufigsten Ursachen für chronischen Husten. Häufig findet durch die Symptomatik auch ein Etagenwechsel der Infektion statt, da das erregerhaltige Sekret direkt in die Bronchien fließt und dort zu weiteren Infektionen führen kann. Zu den Symptomen des PNDS kommen häufig Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit, auch Fieber ist möglich. Häufig treten die Symptome nachts oder im Liegen auf, da das Sekret dann noch leichter in den Rachen laufen kann.

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