Wärmflaschen, Heizdecken und Heizkissen sollen bei Schmerzen und Verspannungen helfen. Aber Vorsicht: Bei zu langer Anwendung drohen Hautveränderungen und es kann zum sogenannten „Toasted-Skin-Syndrom“ kommen.
Das Toasted-Skin-Syndrom, fachsprachlich auch als Erythema ab igne bezeichnet, zeigt sich in einem rotbraunen Ausschlag, der netzförmig auftritt. Bei diesem Ausschlag handelt es sich nicht um Verbrennungen, sondern um eine Schädigung der oberflächlichen Blutgefäße. Diese werden durch länger andauernde oder wiederholte Wärmeeinwirkung verursacht wird.
Insbesondere wiederholte Expositionen gegenüber beheizten Autositzen, Raumheizungen, Kaminen oder auch Wärmflaschen stellen häufige Ursachen für diese Erkrankung bei älteren Menschen dar. Aber auch ein längeres „Parken“ vom Laptop auf dem Schoß, bei dem Temperaturen bis zu 47 Grad Celsius erreicht werden können, kann den Wärmeausschlag auslösen.
Die Schädigung kann nicht nur durch Kontaktwärme, sondern auch durch Infrarotstrahlung entstehen. Historisch war die Erkrankung daher als „Bäckerbeine“ oder auch bei Heizern bekannt.
Die charakteristische Hyperpigmentierung zeigt sich als netzartiges, rötlich-braunes Muster, das durch austretende Erythrozyten entsteht. Da die Hitze die Gefäße erweitert und deren Wände durchlässiger macht, treten die Zellen in das umliegende Gewebe aus und werden dort vom Körper abgebaut.
In der Folge lagert sich das eisenhaltige Abbauprodukt des Blutfarbstoffs – so genanntes Hämosiderin – ebenso wie freigesetztes Melanin in der Haut ab. In manchen Fällen berichten Betroffene von einer juckenden und schuppenden Haut, die zudem eine feine, knittrige Oberflächenstruktur aufweisen kann.
Folgeschäden sind selten. Oftmals normalisiert sich das Hautbild innerhalb weniger Wochen, wenn Betroffene die Wärmequelle meiden. Es kann jedoch auch vorkommen, dass sich die Hautschäden nur unvollständig zurückbilden oder bei starker vorangegangener Exposition in Hautkrebs münden.
In einigen Fällen kann die Haut per Laser behandelt werden. Auch die Anwendung von 5-Fluorouracil, Tretinoin oder Hydrochinon stellt eine Therapiemöglichkeit dar.
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