Nachwuchssorgen

Zu wenig junge Ärzte

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Die deutsche Ärzteschaft hat ein Nachwuchsproblem. Laut einer „Studie zur Altersstruktur- und Arztzahlentwicklung“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer (BÄK) werden in den kommenden fünf Jahren mehr als 41.000 Ärzte in den Ruhestand gehen. Doch laut Studie rücken weder im ambulanten noch im stationären Bereich ausreichend junge Mediziner nach. Besonders betroffen sei die hausärztliche Versorgung, aber auch in einigen fachärztlichen Gruppen drohe Ärztemangel. Dramatisch sei die Situation in ländlichen Gebieten und in ostdeutschen Krankenhäusern, wo die Versorgung nur noch durch ausländische Ärzte aufrecht erhalten werden könne, so die Ärzteorganisationen.

„Der Anteil der Absolventen und jungen Ärzte sinkt Jahr für Jahr, obgleich das Angebot an freien Stellen so groß wie nie zuvor ist“, erklärte BÄK-PräsidentProfessor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe. Er sieht den Grund für den fehlenden Nachwuchs in der Gesundheitspolitik der vergangenen Jahre. Auch der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Köhler forderte, die Rahmenbedingungen des Arztberufes zu verbessern: „Dazu brauchen wir attraktive Arbeitsbedingungen, weniger Bürokratie und eine leistungsgerechte Bezahlung ärztlicher Arbeit“, so Köhler.

Laut Studie sind vor allem junge Ärzte bereit, eine Tätigkeit in alternativen, medizinverwandten Berufen aufzunehmen oder im Ausland zu arbeiten. Etwa ein Viertel der Medizinabsolventen gehe so der kurativen Medizin in Deutschland verloren. Derzeit seien fast 16.000 deutsche Ärzte im Ausland tätig, teilten die Spitzenorganisationen mit.

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