Erstattungspreise

Wackelt Brilique-Termin?

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Berlin -

Eigentlich soll am 15. Juli der erste zwischen den Kassen und einem Hersteller ausgehandelte Erstattungspreis gültig werden. Dieser Termin scheint jedoch zu wackeln. Offenbar herrschen selbst beim GKV-Spitzenverband noch Zweifel an der Umsetzung der Regelung.

 

Bei einem gemeinsamen Krisentreffen mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV), dem Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV) sowie den Herstellerverbänden und dem Großhandelsverband Phagro sollen die Kassen auf Gesetzeslücken hingewiesen haben. Angeblich soll nun kurzfristig geklärt werden, ob der neu ausgehandelte Erstattungsbetrag ab Mitte Juli gelten soll.

Während die Apotheker vor allem beim Einzugsverfahren und bei der Verarbeitung in der Software offene Fragen haben, sind sich Kassen und Hersteller nicht über den Bezugspunkt für den Abschlag einig. Die ABDA hatte bereits darauf hingewiesen, dass die Frage der Berücksichtigung der Mehrwertsteuer noch durch die zuständigen Ministerien geklärt werden müsse. Im Laufe des Tages wollen sich die beteiligten Parteien zum weiteren Vorgehen äußern.

Die Kassen sollen die Herstellerverbände zu einem weiteren Treffen am 19. Juli eingeladen haben. Darin soll allerdings vor allem geklärt werden, wie die Erstattungsbeträge rückwirkend abgewickelt werden.

Der Brilique-Hersteller AstraZeneca hatte sich im Mai mit den Kassen auf einen Erstattungspreis geeinigt. Etwas mehr als 3 Prozent wurde zusätzlich zum 16-prozentigen Herstellerrabatt ausgehandelt. Der Abschlag wird nach dem neuen System in der Lieferkette durchgereicht. Die Apotheken bekommen nur den rabattierten Preis erstattet und müssen die Differenz beim Einkauf abziehen.

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