Generikahersteller

Pro Generika warnt vor Entlassungen

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Die Generikahersteller verzeichneten im ersten Halbjahr 2007 einen Umsatzrückgang von 5,4 Prozent, berichtet Pro Generika. Die Erlösminderungen aus den Rabattverträgen seien dabei noch nicht eingerechnet, so der Branchenverband. Der Umsatzanteil des generikafähigen Marktes sei auf 39 Prozent oder 4,9 Milliarden Euro gesunken. Dies entspräche einem Rückgang von 7 Prozent, teilte der Verband mit. Im gleichen Zeitraum sei der Absatz um 8,1 Prozent auf 183 Millionen Packungen angestiegen.

Pro Generika-Geschäftsführer Hermann Hofmann rechnet damit, dass Hersteller in Produktion und Vertrieb sparen, Mitarbeiter entlassen und ihre Produktion gegebenfalls in Niedriglohnländer verlagern werden. Besonders kleine und mittlere Generikaproduzenten könnten dem wachsenden Preisdruck langfristig nicht standhalten. Hofmann sieht den Generika-Standort Deutschland in Gefahr.

Entscheidend für die weitere Entwicklung auf dem Generikamarkt seien die neuen AOK-Rabattverträge. Wenn der Gesetzgeber Vertragslösungen favorisieren, dann seien Regulierungsinstrumente wie Festbeträge, Herstellerabschläge, Bonus-Malus-Regelungen für Ärzte oder Importförderung überflüssig, so Hofmann. Man habe „unzählige politische Gespräche“ geführt, aber in der grundsätzlichen Frage, ob Kassen dem Kartellrecht unterstellt seien sollten, mangele es an politischem Gestaltungswillen, so der Pro Generika-Chef.

Den Anstieg bei den Arzneimittelausgaben erklärt Pro Generika mit den Zuwachsraten bei patentgeschützten Arzneimitteln und auf dem Markt der patentfreien Medikamente ohne Generika-Konkurrenz. Allerdings habe auch die gestiegene Mehrwertsteuer zu den Mehrausgaben geführt. Die Generikahersteller hätten in den ersten sechs Monaten des Jahres dagegen 2,4 Milliarden Euro eingespart. 2007 könnten die Kassen insgesamt fünf Milliarden Euro sparen, so Pro Generika.

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