KBV

Neustrukturierung bei den Ärzten

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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will die ambulante ärztliche Versorgung in Deutschland neu strukturieren. Dazu diene ein derzeit intern diskutiertes Arbeitspapier, das unmittelbar vor dem Ärztetag im Mai in Ulm breit in der Ärzteschaft beraten werden soll, bestätigte KBV-Sprecher Roland Stahl in Berlin einen Bericht des Bielefelder „Westfalen-Blatts“. Als „Quatsch“ wies er zurück, dass niedergelassene Fachärzte in Zukunft nur noch Patienten mit Überweisung eines Hausarzts behandeln sollen. Falsch sei auch, dass Patienten, die weiterhin direkt einen Facharzt aufsuchen wollen, einen höheren Krankenkassenbeitrag zahlen sollten.

„In der wohnortnahen fachärztlichen Grundversorgung vor allem auf dem Land werden weiter die Einzel- und Gemeinschaftspraxen dominieren“, sagte Stahl. Hier sollten die Ärzte auch künftig in kollektivvertraglichen Strukturen arbeiten. Das gelte für Haus- und Fachärzte gleichermaßen. Heute regeln die Kassenärztlichen Vereinigungen die Verteilung der Honorare und Arztstellen durch einheitliche Verträge.

Je stärker eine spezielle Versorgung aber der Krankenhaus-Medizin ähnelt, desto mehr Wettbewerb solle es geben. Eine zukunftsfähige Variante für ambulante Ärzte sind aus Sicht der KBV dabei Medizinische Versorgungszentren (MVZ) vor allem für Spitzenmedizin, die auch in Kliniken angeboten wird.

Das Ziel der KBV-Überlegungen sei es, mehrere Versorgungsebenen zu definieren, sagte Stahl. Die freie Arztwahl solle innerhalb einer Ebene - etwa der Grundversorgung in der Fläche - erhalten bleiben. Zwischen den einzelnen Ebenen könne es demnach künftig verstärkte Steuerung geben. Nach Abschluss der internen Diskussion solle der Politik ein Konzept vorgeschlagen werden, sagte Stahl. Heute fehle es vielen Patienten und Ärzten an Orientierung.

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