Die Abda plant eine Fortsetzung der Protestkampagne. Unter dem Motto „Die große Nullnummer“ sollen die Apotheken auf die Probleme aufmerksam machen und das Gespräch mit Politik und Presse suchen.
„Weil es ohne nicht geht. Die Apotheke.“ Unter diesem Motto sollen die Apotheken die Leistungen erklären: „Tägliche Hilfe für Millionen Menschen, Sicherheit bei über 100.000 Arzneimitteln, individuelle Rezepturen, Versorgung rund um die Uhr, Steuereinnahmen in Milliardenhöhe, Stabilisierung der Krankenkassen, 160.000 Arbeitsplätze, aktiver Gesundheits- und Verbraucherschutz, Resilienz im Gesundheitssystem“, sind die Schlagworte.
In einem Leitfaden werden Grundlagen der Gesprächsführung beschrieben, von der freundlichen und wertschätzenden Grundhaltung („auch bei inhaltlicher Schärfe und politisch aufgeheizter Stimmung“) bis hin zum richtigen Sprechtempo, zur richtigen Körperhaltung und zum aktiven Zuhören. „Greifen Sie in Formulierungen gerne das Null-Motiv auf (‚Nullnummer‘, ‚Null Versorgung‘, ‚Null Verständnis‘ etc.)“
Tipps zur Vor- und Nachbereitung des Gesprächs sind im Leitfaden genauso zu finden wie „Erkenntnisse der Gesprächspsychologie“. Inhaltlich soll es um die Herausforderungen gehen und um die Reformpläne der Regierung.
„Das Gesetz ist noch nicht entschieden“, schreibt Burs zur Aktion an ihre Mitglieder. „Und genau deshalb dürfen wir jetzt nicht nachlassen, sondern müssen uns beharrlich einmischen.“
Sie könne gut nachvollziehen, wie schwer es unter den aktuellen Bedingungen sei, nach so vielen Gesprächsrunden motiviert zu bleiben und zusätzlich Kraft für politische Überzeugungsarbeit aufzubringen. „Viele von Ihnen fragen sich, wie oft sie ihre Situation noch erklären sollen. Dennoch möchte ich Sie ermutigen, am Ball zu bleiben. Dabei muss eines klar benannt werden: Es braucht endlich die Fixumserhöhung, die uns im Koalitionsvertrag schwarz auf weiß zugesagt wurde.“
Der Vorstand werde sich weiterhin mit klarer Haltung in dieses Gesetzgebungsverfahren einbringen. „Wir bleiben im Gespräch mit der Politik, benennen rote Linien und setzen uns konsequent dafür ein, dass Qualität, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität nicht gegeneinander ausgespielt werden.“
Burs verweist auf das klare Bekenntnis von Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD), der die finanzielle Stärkung der Apotheke vor Ort unnachgiebig und unmissverständlich fordere und die Erhöhung des Fixums klar als notwendig bezeichne. „Dieses Bekenntnis bestätigt, dass unsere Argumente tragen. Wir sind bereit, mehr Verantwortung im Gesundheitswesen zu übernehmen – mit zusätzlichen präventiven Leistungen und einer noch stärkeren persönlichen Betreuung der Bürger. Gleichzeitig sagen wir klar Nein zu Strukturaufweichungen, die den Kern der Apotheke aushöhlen.“
Gerade in dieser Phase sei der Zusammenhalt innerhalb des Berufsstands von großer Bedeutung – auch dann, wenn es unterschiedliche persönliche Einschätzungen zu einzelnen Aktionen gebe. Mit dem Aktionstag „Blackout“ habe man kurz vor Weihnachten ein starkes Zeichen gesetzt, jetzt gehe es weiter: „In diesem Monat startet die neue Kampagne der Abda ‚Die große Nullnummer‘, um die Situation der Apotheken vor Ort sichtbar zu machen und bisher ausbleibende finanzielle Stärkung zu benennen.“ Auch bei dieser Aktion gelte: „Jede Form der Teilnahme zählt.“