Standespolitik

Michels: „Selbstmord aus Angst vor dem Tode“

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Der Vorsitzende des Apothekerverbands Westfalen-Lippe (AVWL), Dr. Klaus Michels, treibt die Diskussion um die Ausrichtung des apothekerlichen Berufsbildes weiter vor sich her. Das vom Verband entworfene Thesenpapier zur zukünftigen Positionierung der Apotheke soll auf Bundesebene diskutiert werden. Während das Leitbild eher allgemein gehalten ist, wendet sich Michels pünktlich zur heutigen Tagung des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) in der Regionalpresse deutlich gegen weitere wirtschaftliche Beschränkungen.

In einem Interview mit der „Neuen Westfälischen“ kritisiert Michels auch die Politik der ABDA: Die bisher zum Teil geäußerten Ansichten der Standesvertretung seien nicht zukunftsweisend, moniert Michels. Einige Berliner Kollegen signalisierten gegenüber der Politik, dass die kaufmännische Komponente des Apothekerberufes weiter beschränkt werden müsse. So habe die Präsidentin der Bundesapothekerkammer, Erika Fink, sich gegen Kosmetik in der Apotheke ausgesprochen.

In Westfalen-Lippe wendet man sich offensiv gegen diese Haltung. Die weitere wirtschaftliche Beschränkung ähnele „einem Selbstmord aus Angst vor dem Tode“, so Michels. Man sei neben der Abgabe von Arzneimitteln auf weitere Einnahmequellen angewiesen, um eine Apotheke wirtschaftlich zu betreiben.

Der AVWL-Vorsitzende sieht in der Apotheke eher ein Fachgeschäft für Gesundheit. „Die Apotheke bietet Dienstleistungen und Waren an, die zu ihrer Gesundheitskompetenz passen“, heißt es im Thesenpapier des Verbands. Dazu gehören laut Michels zum Beispiel auch Produkte aus dem Pflege- oder Telemedizinbereich sowie Kosmetikanwendungen.

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