Sicherung von Arbeitsplätzen

LAV hält an 12 Euro Honorar fest

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Hannover -

Kurz vor Beginn der parlamentarischen Beratungen zur Apothekenreform fordert der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) die Politik erneut auf, die Apotheken schnellstmöglich wirtschaftlich zu stärken und damit Arbeitsplätze vor Ort langfristig zu sichern. Mit dem Entwurf für das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG), der die versprochene Erhöhung des Honorars vermissen lässt, beschleunige die Politik den Apothekenrückgang und gefährde dadurch Arbeitsplätze in Apotheken vor Ort.

„Apotheken sind nicht nur pharmazeutische Betriebe“, betont Frank Germeshausen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des LAV. „Sie sind darüber hinaus kleine und mittelständische Wirtschaftsbetriebe und Arbeitgebende in der Region.“ Doch vielen Apothekenbetrieben gehe es wirtschaftlich schlecht, und sie müssten schließen. In der Folge gingen wichtige Arbeitsplätze auf dem Land, in Regionen und Gemeinden verloren. „Eine schnellstmögliche Erhöhung des Apothekenhonorars auf mindestens 9,50 Euro, wir in Niedersachsen fordern mindestens 12 Euro, ist notwendig, um die Arbeitsplätze qualifizierter Fachkräfte jetzt langfristig zu sichern.“

Als Gewerbetreibende trügen Apothekeninhaberinnen und -inhaber zudem mit ihren Umsätzen zur Wirtschaft in Städten und Gemeinden bei, indem sie Gewerbesteuer zahlten. Wenn weitere Apotheken schließen müssten, fielen diese Einkommensquellen für Kommunen weg, was sich zusätzlich negativ auf die regionalen Finanzhaushalte auswirke.

Hoher Frauenanteil

Pharmazeutische Berufe würden zudem überwiegend von Frauen ausgeübt – bundesweit betrage der Frauenanteil unter Apothekenbeschäftigten in öffentlichen Apotheken demnach 89,2 Prozent. „Apotheken sind familienfreundliche Arbeitgebende. Viele Beschäftigte arbeiten in Teilzeit, was die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und der Pflege von Angehörigen möglich macht – ein Arbeitsmodell, das häufig für Frauen von großer Bedeutung ist“, so Germeshausen. Apothekenschließungen würden deshalb vor allem Frauen treffen.

„Vor diesem Hintergrund muss die Politik das Honorar zeitnah anheben, damit die Apotheken wirtschaftlich bestehen können. Tut sie es nicht, akzeptiert sie den Apothekenrückgang und sieht weiter zu, wie wohnortnahe Arbeitsplätze auf Kosten pharmazeutischer Fachkräfte wegfallen. Leistungskürzungen in der Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung werden die Folge sein“, warnt Germeshausen.

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