Neue Impfkampagne ab Herbst

Lauterbach: Drei Impfstoffe und freie Auswahl

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Pressekonferenz zur COVID-19-Impfstrategie im Herbst und zum G7-Gipfel der Gesundheitsminister:innen
Berlin -

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will ab Herbst wieder eine Impfkampagne fahren. Dafür sollen drei Impfstoffe zur Verfügung stehen.

Laut Lauterbach wird man weiterhin nicht ohne Impfstoffe auskommen. Daher wolle man ab Herbst jedem Bürger und jeder Bürgerin eine 4. Impfung anbieten. Eine Empfehlung seitens der Ständigen Impfkommission (Stiko) wäre zwar wünschenswert, hänge aber von der weiteren Entwicklung ab.

Drei Vakzine sollen zum Einsatz kommen:

  • Impfstoff auf Basis der Wuhan-Variante
  • angepasster Impfstoff für die Omikron-Variante
  • bivalenter Impfstoff gegen beide Varianten

Der erste Impfstoff werde aus bestehenden Verträgen geliefert, für den zweiten gebe es Verträge mit Biontech. Der dritte Impfstoff komme von Moderna. Alleine für die bivalente Variante würden 830 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Welchen Impfstoff man nehme, sei eine individuelle Entscheidung. Man müsse aber davon ausgehen, dass der eine oder andere Impfstoff je nach Lage besonders gefragt werde. Daher müsse man genügend Dosen von jeder Vakzine bestellen – etwa für den Fall, dass sich 40 Millionen Menschen gleichzeitig mit demselben Impfstoff impfen lassen wollten. „Wir gehen fest davon aus, dass wir im Herbst gut vorbereitet sind.“

Auch wenn man derzeit gefühlt zu viel Impfstoff habe, müsse man sich vorbereiten. „Wir wollen nie wieder zu wenig Impfstoff haben.“ Richtig sei, dass aktuell Impfstoff verfalle, das seien aber Dosen, die in der vergangenen Legislaturperiode bestellt worden seien. Das sei auch richtig gewesen, so Lauterbach. Man könne aber nicht davon ausgehen, dass dieser Impfstoff im Herbst noch genutzt werden könne.

Um die Kampagne fahren zu können, sollen auch die Impfzentren weiter betrieben werden. Dafür wolle der Bund 100 Millionen Euro pro Monat zur Verfügung stellen.

International will sich Lauterbach gemeinsam mit den Gesundheitsminister:innen der anderen Länder für künftige Pandemien zu wappnen. Daher werde man ab Freitag über einen weltweiten „Pact for pandemic readiness“ sprechen. Steigende Temperaturen machten es wahrscheinlicher, dass neue Infektionskrankheiten auftauchten.

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