Positionspapier

Konrad-Adenauer-Stiftung für Apothekenketten

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Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) hält das deutsche Apothekensystem für nicht mehr zeitgemäß. Die notwendige Modernisierung des Gesundheitssystems werde durch „viele überkommende Regelungen“ blockiert, heißt es in einem aktuellen Positionspapier.Dazu zählen die Autoren auch die Besitzbeschränkungen bei Apotheken.

So sei das Mehrbesitzverbot nur „unzureichend gelockert“ worden. „Die nicht mehr zeitgemäß geregelten Vorbehaltsaufgaben bestimmter Berufsgruppen im Gesundheitssystem behindern moderne und zukunftsorientierte Formen der Zusammenarbeit der Akteure des Gesundheitswesens“, schreiben die Autoren um den Finanzwissenschaftler Professor Dr. Klaus-Dirk Henke sowie den Unternehmensberater Professor Heinz Lohmann. Ob die Stiftung auch das Fremdbesitzverbot für antiquiert hält, war auf Nachfrage bislang nicht zu erfahren.

Bestandsschutz für Einrichtungen und Organisationen habe das Gesundheitswesen lange Zeit geprägt: „Das Neue und Innovative stieß lange Zeit auf Blockaden der etablierten und verkrusteten Institutionen.“

Das Positionspapier verfolgt daher in puncto Modernisierung einen radikalen Kurs: Hindernisse sehen die Autoren auch im Berufs-, Straf-, Zivil-, Haftungs-, Versicherungs- und Datenschutzrecht. Von einem befreiten Wettbewerb - so der Tenor im Papier - würden vor allem die Versicherten profitieren: „Leistungsfähigen Anbietern wird es gelingen, ihre Produkte und Dienstleistungen zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten und in der längerfristigen Perspektive eine 'Marken-Medizin' von hervorragender Qualität zu entwickeln und anzubieten.“ Schon heute gebe es Krankenhäuser mit breiten Produktpaletten wie Wellness-Zentren und Gesundheitsmalls.

Den regional übermächtigen Krankenkassen will die Konrad-Adenauer-Stiftung der Fairness halber Klinikketten entgegenstellen. Hierzu soll das Kartellrecht gelockert werden.

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