GKV-Ausgaben

Kassen wollen Operationen ausschreiben

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Die Krankenkassen wollen Krankenhausbehandlungen künftig ausschreiben. Planbare Operationen - etwa das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks - sollen demnach per Vergabeverfahren koordiniert werden. „Wer eine bessere Qualität der Patientenversorgung bei gleichen Ausgaben will, darf das Krankenhaus nicht länger als wettbewerbsneutralen Raum betrachten. Wettbewerbsimpulse und Gestaltungsmöglichkeiten der Vertragspartner sind hier überfällig“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg.

Den Kassen zufolge ist nicht primär der ausgehandelte Preis der Leistungen, sondern vor allem die Mengenausweitung schuld am Anstieg der Ausgaben. In diesem Jahr werden die Kassen nach eigenen Schätzungen mehr als 60 Milliarden Euro für die stationäre Versorgung ausgeben, 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die sogenannten Landesbasisfallwerte, die die Krankenhäuser mit den Kassen für die einzelnen Bundesländer festlegen, würden 2011 die Vorjahreswerte nur um durchschnittlich 0,4 Prozent überschreiten, so der GKV-Spitzenverband. Preissteigerungen von bis zu 0,9 Prozent sind per Gesetz erlaubt.

Die Kassen kritisieren dagegen den Anstieg der Fallzahlen: Es sei fraglich, ob alle erbrachten Leistungen auch notwendig seien, sagte eine Sprecherin des GKV-Spitzenverbandes. Das Umsatzplus sei mehr, als die Krankenhäuser benötigten. Der GKV-Spitzenverband hatte gestern eine Zusammenstellung mit den Umsatz- und Ertragszahlen der Klinikkonzerne veröffentlicht.

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