Apothekenhonorar

Kassen bekommen Daten für Abschlag

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Die Rückabwicklung des Kassenabschlags für das Jahr 2009 kommt voran: Nach Informationen von APOTHEKE ADHOC haben sich der GKV-Spitzenverband und der Deutsche Apothekerverband (DAV) in der vergangenen Woche darauf geeinigt, dass die Krankenkassen von den Rechenzentren weitere Daten erhalten. Mehrere Kassen, darunter auch einige AOKen, begleichen ihre offenen Rechnungen für 2009 mittlerweile. Einige Ersatzkassen tun sich dem Vernehmen nach immer noch schwer.

Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg hatte Anfang Mai die sofortige Vollziehung des Schiedsspruchs angeordnet. Damit gilt aktuell der neue Kassenabschlag von 1,75 Euro. Daraufhin hatten die Rechenzentren - einige schneller als andere - im Mai ihre Nachforderungen für 2009 und das erste Quartal 2010 gestellt. Mehrere Krankenkassen verlangten jedoch zusätzliche Datenlieferungen von den Rechenzentren sowie eine Vollmacht des jeweils betroffenen Apothekers.

Nach einigem Gerangel um die Zuständigkeit auf Seiten der Kassen folgte vergangene Woche die Einigung: Man habe sich mit dem GKV-Spitzenverband darauf verständigt, dass weitere Daten ausgetauscht würden, bestätigte ein DAV-Sprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC. Es gehe darum, den Finanzfluss so weit wie möglich zu beschleunigen.

Tatsächlich tröpfeln die Zahlungen der Krankenkassen bei den Rechenzentren ein. Knapp ein Fünftel der Rückforderungen sei inzwischen eingegangen, heißt es bei einem Anbieter, ein anderer hat nach eigenen Angaben schon mehr als 30 Prozent verbucht. Dabei haben dem Vernehmen nach auch mehrere AOKen eingelenkt, die mit Verweis auf die benötigten Daten die Abwicklung zuvor blockiert hatten.

Zumindest für 2009 könnte der neue Abschlag jetzt abgewickelt werden. Für die Apotheken geht es um insgesamt etwa 315 Millionen Euro. Allerdings läuft die Klage des GKV-Spitzenverbandes gegen den Schiedsspruch noch im Hauptsacheverfahren. Endgültige Klarheit gibt es erst mit dem Ende dieses Rechtsstreits.

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