Arzneimittelsicherheit

Industrie will individuell codieren

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Die forschenden Pharmahersteller wollen angesichts der Zunahme von Fälschungen die Sicherheitsstandards beim Vertrieb von Arzneimitteln erhöhen. Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) setzt sich für die europaweite Einführung eines Arzneimittelidentifikationssystems ein, mit dessen Hilfe Apotheker unmittelbar vor der Abgabe eines Arzneimittels überprüfen sollen, ob das Präparat echt ist.

Das Modell, das der europäische Pharmaverband EFPIA entwickelt hat, sieht vor, jede einzelne Packung mit einem individuellen 2D-Barcode, wie er auch bei Bahn- und Flugtickets verwendet wird, auszustatten. Vor der Auslieferung an den pharmazeutischen Großhandel sollen die Präparate gescannt und in eine zentrale Datenbank eingespeist werden. In der Apotheke schlägt das System Alarm, sobald eine Codenummer unbekannt ist oder schon auf einer anderen Packung vertreten war.

Der VFA will das Modell noch in diesem Jahr testen und führt eigenen Angaben zufolge derzeit Gesprächen mit Großhändlern, Herstellern und Apotheken. Rund 200 Apotheken sowie mindestens ein Grossist sollen an dem Pilotversuch teilnehmen.

Nach Willen von VFA-Geschäftsführerin Cornelia Yzer, soll Deutschland eine technologische Vorreiterrolle übernehmen, um die Arzneimittelsicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten. Vorwürfe, die Hersteller könnten das Codierungssystem benutzen, um den gesamten Vertriebsweg eines Arzneimittels nachzuvollziehen, wies der VFA zurück. Die Bestimmungen des Sozialgesetzbuches V würden es rechtlich lediglich ermöglichen, Hinweise auf bestimmte Regionen, nicht aber einzelne Apotheken zu erhalten, sagte ein VFA-Sprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC. Die Datenbank nach VFA-Angaben von allen Projektteilnehmern gemeinsam getragen werden.

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