AOK-Rabattverträge

Hersteller werden bissiger

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Nachdem die AOK die Angebotsfrist für die Rabattverträge verlängert hat, geht der Branchenverband Pro Generika in die Offensive und stellt Verträge grundsätzlich in Frage: „Die AOK spielt mit der Planungssicherheit und damit der wirtschaftlichen Stabilität der Generikaindustrie. Wir meinen deshalb, dass die Rabattverträge ein untaugliches Instrument zur Kostendämpfung sind und schnell wieder abgeschafft werden müssen“, sagte Pro Generika-Geschäftsführer Peter Schmidt.

Die Mitgliedsunternehmen des Branchenverbandes seien durch „grobe Schnitzer“ bei der Ausschreibung „unzumutbar belastet“, sagte Schmidt. Gerade für kleinere oder mittelständische Pharmaunternehmen sei es kaum zumutbar, dass die Angebote und Berechnungen nun mit veränderten Daten wiederholt werden müssten. Für die in der Ausschreibung korrigierten Fehler fand Schmidt noch deutlichere Worte: „Man darf doch zumindest erwarten, dass die AOK die korrekten Verordnungsmengen ausweist und den richtigen Gebietslosen zuweist.“ Die zum Teil haarsträubenden Fehler seien nicht nachvollziehbar, so Schmidt.

Obwohl die AOK heute bekannt gegeben hatte, die neuen Verträge zwei Monate später als geplant umzusetzen, kritisierte Pro Generika den Zeitplan der Kasse: „Die AOK hat offensichtlich immer noch nicht begriffen, dass von ihr gesetzte Frist zwischen der Erteilung des Zuschlags (Mitte bis Ende Dezember) und dem Vertragsbeginn am 1. März 2009 zu kurz ist, um die notwendigen Anpassungsmaßnahmen in der Industrie durchzuführen. An der Problematik möglicher Lieferengpässe hat sich damit nichts geändert“, sagte Schmidt.

Etwas zuversichtlicher zeigte sich der Apothekerverband Nordrhein: „Auch im Interesse der Patienten begrüßen wir diese Verschiebung. Denn dadurch steigen die Chancen, dass Lieferengpässe, die bei einem früheren Termin sicherlich eingetreten wären, minimiert werden können“, so der Vorsitzende Thomas Preis.

Unabhängig von der Terminverschiebung kritisierte der Verband die durch Rabattverträge notwendige Umstellung der Patienten auf neue Arzneimittel. Abgesehen von dem enormen bürokratischen Aufwand in den Apotheken, sehen die Apotheker die Therapietreue bei den Patienten durch den ständigen Wechsel der Arzneimittel gefährdet.

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