„Wer Wasser predigt und Wein trinkt, sollte beim Gehalt mit gutem Beispiel vorangehen“, kontert die Freie Apothekerschaft (FA) dem GKV-Spitzenverband. Die Vize-Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Stefanie Stoff-Ahnis, hatte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erklärt, dass „die Mär von einer seit 2013 stagnierenden Vergütung" nicht zutreffe. FA-Vorsitzende Daniela Hänel fordert Konsequenzen, die beim GKV-Spitzenverband selbst ansetzen sollten – nämlich Gehaltskürzungen bei den Kassenchefinnen und -chefs. „Solidarität ist keine Einbahnstraße.“
Das Apothekenhonorar steige Jahr für Jahr – finanziert aus den Portemonnaies der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler der Krankenkassen, so Stoff-Ahnis. „Da jedes Jahr die Preise für Medikamente steigen und darüber hinaus die Anzahl der von den Apotheken abgegebenen Packungen zunimmt, erhöht sich damit auch die Vergütung für die Apotheken stetig.“ Zudem brauchten Apotheken mit Millionenumsätzen keine Vergütungserhöhung. Anders sehe es bei umsatzschwachen Apotheken aus. Stoff-Ahnis sprach sich für eine differenzierte Vergütung aus, ohne die Honorierung insgesamt anzuheben.
Die FA kontert. Während die GKV behaupte, die Apotheken bräuchten „in der Summe keine höhere Vergütung“, sondern lediglich eine Umverteilung, zerfalle die flächendeckende Versorgung vor Ort durch ein historisches Apothekensterben.
„Es ist an Zynismus kaum zu überbieten, wenn Vertreter eines Verwaltungsapparates, deren eigene Gehälter und Strukturen Jahr für Jahr steigen, den Leistungserbringern an der Basis die notwendige Anpassung an die Inflation verweigern“, so Hänel. „Wenn Frau Stoff-Ahnis fordert, dass die Versicherten und Arbeitgeber nicht mehr belastet werden dürfen, dann sollte sie mit bestem Vorbild vorangehen.“
Daher hat die FA eine klare Forderung – eine „Gleichbehandlung im Geiste des Jahres 2004“:
Auch zur von Stoff-Ahnis geforderten Umverteilung findet die FA klare Worte, denn die löse das Strukturproblem nicht. „Die Behauptung der GKV, eine bloße Umverteilung des bestehenden Honorars reiche aus, ist eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit.“ Während das Fixum seit 2004 nahezu unverändert sei, seien die Kosten für Personal, Energie und Logistik explodiert. „Eine Umverteilung des Mangels heilt das System nicht – sie beschleunigt nur das Sterben der Apotheken in Deutschland“, warnt Hänel.
Die FA fordert das Bundesgesundheitsministerium und die Kassen auf, die Realität der Arzneimittelversorgung anzuerkennen, anstatt die Apotheken vor Ort als Sündenböcke für die finanzielle Schieflage der GKV zu missbrauchen. „Wir sind bereit für den Dialog, aber nicht auf der Basis von Realitätsverweigerung. Wer die Apotheken kaputtspart, spart an der Gesundheit der Menschen.“
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