Fallpauschalen

„Bürokratie-Wahnsinn“ in Kliniken

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Die Bürokratie in Krankenhäusern ist nach Einschätzung eines Klinikverbandes kaum noch zu bewältigen. „Wir schleppen inzwischen waschkörbeweise Akten durch die Gegend“, sagte Hans-Ulrich Schmidt, Vorsitzender des Vereins der kommunalen Großkrankenhäuser Hessen.

Ursache dieses „bürokratischen Wahnsinns“ sei die Einführung von Fallpauschalen zur Abrechnung der Krankenhausleistungen. Die Krankenkassen zweifelten seit Einführung dieses Abrechnungssystems immer häufiger die Rechnungen der Kliniken an, sagt Schmidt - „natürlich immer mit dem Ziel, dass man irgendwelche Punkte findet, damit dann weniger abgerechnet wird oder der Fall gänzlich nicht bezahlt wird“. Mit Hilfe des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen müssten die Fälle dann langwierig überprüft werden. Das ziehe unzählige Briefe, Fragebögen und Gutachten nach sich „bis hin zum Klageverfahren“.

Die Prüfquote liege aktuell bundesweit bei rund 15 Prozent. „Eine Rechnung zu hinterfragen ist in Ordnung, das halte ich für legitim“, sagte Schmidt. „Die Frage ist nur, welche Ausmaße es annimmt.“ Die „rasterfahndungsartige“ Überprüfung der Rechnungen gehe zulasten der Krankenversorgung. „Der Bürokratismus nimmt den Ärzten immer mehr Zeit von ihrer eigentlichen Arbeit weg.“

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