Arzneiverordnungs-Report

Aut idem schlägt Rabattverträge

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Die Rabattverträge sind aus Sicht der Krankenkassen ein unschlagbares Einsparinstrument: 1,3 Milliarden Euro wurden 2010 eingespart. Der aktuelle Arzneiverordnungs-Report kommt jedoch zu einem anderen Schluss: Wenn immer konsequent das günstigste Generikum verordnet worden wären, hätten die Krankenkassen 1,6 Milliarden Euro weniger ausgeben müssen.

Insgesamt stiegen die Arzneimittelausgaben 2010 weniger als in den Vorjahren, nämlich um 1 Prozent auf 32 Milliarden Euro. Damit ging der Anteil der Arzneimittel an den Gesamtausgaben erstmals zurück und liegt bei 17,7 Prozent.

Vor allem den mit dem GKV-Änderungsgesetz von 6 auf 16 Prozent erhöhten Herstellerabschlag und das Preismoratorium machen die Autoren für die Entwicklung verantwortlich. Durch Herstellerrabatt und Kassenabschlag konnten laut Report 2,7 Milliarden Euro gespart werden. Dagegen wurden durch die Ärzte mehr teurere Medikamente verschrieben. Hier wurden 1,2 Milliarden Euro mehr ausgegeben als im Vorjahr.

Die Autoren sehen weitere Einsparpotenziale bei Analogpräparaten (2,5 Milliarden Euro) und bei Medikamenten mit umstrittender Wirkung (600 Millionen Euro). Auch für Generika sollte es - ähnlich wie im Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz für Originalarzneimittel - eine Kosten-Nutzen-Prüfung geben.

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