Inhaber lud CDU-Mann ein

Apotheke im Ärztehaus beeindruckt Landeschef

, Uhr
Berlin -

Das Apothekerehepaar Ulrike und Christoph Schaefer hat den Ministerpäsidenten Sachsen-Anhalts, Sven Schulze, in ihren Betrieb geladen. Der CDU-Politiker war angetan vom ganzheitlichen Versorgungsnetzwerk im Ärztehaus.

Schulze besuchte am Donnerstag das Roland-Ärztehaus in Stendal. Gezeigt wurde die Arbeit der Apotheke. Beim Rundgang durch Offizin, Labor, Rezeptur, Einkauf und Logistik erhielt er einen Überblick darüber, was eine Apotheke alles leisten kann. „Wir wollten zeigen, dass Apotheke weit mehr ist als eine reine Arzneimittelabgabe. Wir leisten täglich über 100 Botendienste, halten Räume für Präventionsangebote vor und haben – in Deutschland einmalig – eine Kinderapotheke im Haus integriert. Diese ist speziell auf die Bedürfnisse junger Patientinnen und Patienten ausgerichtet“, sagte Apotheker Christoph Schaefer. Viele Arbeiten blieben im Hintergrund, sorgten aber für eine sichere Arzneimittelversorgung.

Moderne Versorgungsstrukturen in diesem Umfang im ländlichen Raum vorzuhalten, erfordere viel Engagement sowie gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Gerade in strukturschwächeren Regionen, in denen viele Menschen mit geringem Einkommen leben, ist eine stabile medizinische Versorgung besonders wichtig“, erklärte der Apotheker.

Apotheker erklärt Honorarforderung

Ein zentrales Thema des Austauschs war die langfristige Sicherung der medizinischen Versorgung. Auf rund 8500 Quadratmetern vereint das Ärztehaus mehr als 30 Arztpraxen und Gesundheitseinrichtungen unter einem Dach. Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker sowie Pflegeeinrichtungen sehen sich laut Schaefer zunehmend mit finanziellen Herausforderungen und hohen bürokratischen Anforderungen konfrontiert. Mehr Digitalisierung und verlässliche politische Rahmenbedingungen könnten hier spürbare Entlastung bringen. „Im direkten Gespräch sprach ich die Notwendigkeit der dringend benötigten Honorarerhöhung an, die uns im Koalitionsvertrag zugesagt wurde. Qualität und Versorgungssicherheit gibt es nicht zum Nulltarif, sondern sie brauchen eine auskömmliche Finanzierung“, so der Apotheker.

Ministerpräsident Schulze nutzte den Besuch, um sich über die vernetzte Zusammenarbeit der verschiedenen Gesundheitsberufe zu informieren. „Solche positiven Beispiele helfen uns sehr. Die ganzheitliche Versorgung im Haus – mit Ärzten, Apotheke und ergänzenden Dienstleistungen – ist beeindruckend“, sagte Schulze. Ziel sei es, gesundheitspolitische Themen künftig stärker praxisnah zu betrachten.

Fachkräfte für Apotheke

Auch die Ausbildung und Integration von Fachkräften spielte eine wichtige Rolle. „Wir gehen neue Wege, indem wir gezielt Fachkräfte aus dem Ausland integrieren und bei uns ausbilden“, erklärte Schaefer. „Nur so kann die Versorgung langfristig gesichert werden. Wichtig ist dabei eine enge Zusammenarbeit mit den Kammern in Magdeburg, dem Landesverwaltungsamt in Halle und der Ausländerbehörde vor Ort.“

Unterstützt wird das Ärztehaus zudem von der politischen Ebene des Landkreises und der Stadt. Diese Zusammenarbeit stärke die Gemeinschaft der im Haus ansässigen Praxen und Einrichtungen – sowohl in der medizinischen Versorgung als auch im Dienstleistungs- und Pflegebereich.

Ministerpräsident Schulze betonte zum Abschluss: „Eine gute medizinische Versorgung muss auch im ländlichen Raum verlässlich erreichbar sein. Das Roland-Ärztehaus in Stendal zeigt, wie das gelingen kann. Hier steht das Wohl der Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Mehr zum Thema
Spätkauf und Straßensperrung
Party vor Apotheke: Pöbeleien im Notdienst
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Wegen QR-Code: Bote besorgt Beipackzettel
Mehr aus Ressort
Spitzengehälter für Ärztevertreter
KBV: Halbe Million Euro pro Jahr für Gassen
Honoraranpassung und Planungssicherheit
CDU-Besuch: Protest zur Sensibilisierung sinnvoll

APOTHEKE ADHOC Debatte