Überregionales Organisationstool des ThAV

ApoProtest: „Wir haben eine enorme Kommunikationsmacht“

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Berlin -

Der Thüringer Apothekerverband (ThAV) hat die Plattform ApoProtest auf die Beine gestellt. Über das Tool können – nicht nur in Thüringen – Kampagnen wie Demonstrationen oder Proteste organisiert werden. Auch für den bevorstehenden Apothekenprotest am 23. März wird das Tool laut Geschäftsführer Dr. Alexander Schneeberg bereits fleißig genutzt. „Wir öffnen die Plattform für alle Apotheken in Deutschland. Jede Apothekerin und jeder Apotheker kann sich unkompliziert und unverbindlich mit der eigenen N-ID anmelden, sich einen Überblick über die aktuelle Protestbeteiligung verschaffen und durch die eigene Teilnahme den bundesweiten Protesttag aktiv mit stärken“, betont Schneeberg.

Zum sicheren Login wird die durch die NGDA vergebene N-ID (auch N-Ident, das Wort „apo“ gefolgt von sieben Ziffern) benötigt. Aktuell (Stand 19. März) nutzen mehr als 2700 Apotheken die Plattform. Über ApoProtest wurden zudem mehr als 6000 Teilnehmende für die zentralen Kundgebungen gemeldet. Nach dem Login haben Apothekenteams die Möglichkeit, regionale wie bundesweite Aktionen einzusehen, die auch vom jeweiligen Verband betreut werden können.

Mit einem Klick auf „Teilnehmen“ können Teams für andere Apotheken sichtbar machen, dass und inwiefern sie an der jeweiligen Aktion partizipieren.

Screenshot der Organisationsplattform ApoProtest
Apothekenteams können angeben, ob und in welchem Umfang sie an Protestaktionen teilnehmen.Screenshot: Dr. Alexander Schneeberg

Für den bevorstehenden Protesttag wurden jeweils eigene, regionale und eine bundesweite Kampagnenseite bei ApoProtest angelegt. Hier gibt es unterschiedliche Reiter wie eine Kampagnenerklärung, News und Downloads wie Flyer oder Plakate. Außerdem werden die Apotheken angezeigt, die auf den Teilnahme-Button geklickt haben.

Darüber hinaus können Apothekenteams angeben, ob und wie sie am Protesttag schließen, ob sie Notdienst leisten oder sich in anderer Form beteiligen. Mit der N-ID werden spezifische Apothekeninformationen mit der Plattform geteilt, die ein Profil der jeweiligen Apotheke automatisch erstellen. Dadurch wird nicht nur eine Deutschlandkarte generiert, über die der Standort der teilnehmenden Apotheke angezeigt wird. Auf diese Weise kann ApoProtest in Echtzeit anzeigen, wie viele der auf der Plattform angemeldeten Apotheken bundesweit und im jeweiligen Bundesland am bevorstehenden Protest teilnehmen.

Darüber hinaus bietet das Tool auch eine Shop-Funktion und die Organisation von Transfers zu Veranstaltungsorten.

Übersichtliche Vernetzungsmöglichkeit

Die Entwicklung von ApoProtest begann im Jahr 2024 als Reaktion auf die Demonstrationen im Vorjahr. Es fehlte eine gute und übersichtliche Vernetzungsmöglichkeit. Gleichzeitig war das Ziel, transparent zu machen, welche Apothekenteams an der Aktion teilzunehmen um so Sicherheit zu schaffen.

„Unser Ziel mit ApoProtest ist es, eine maximale Protestbeteiligung zu erreichen.“ Apotheken entscheiden sich laut Schneeberg auch aus der Unsicherheit heraus gegen eine Protestbeteiligung – weil sie beispielsweise nicht wissen, ob sie möglicherweise die einzige im Umkreis ist, die zumacht. „Wir möchten dafür sorgen, dass diese Unsicherheiten ausgeräumt werden und Apothekenteams sagen: ‚Wenn ich das alles jetzt so weiß, dann mache ich mit, selbstverständlich mache ich dann mit‘.“

Potenziale aktivieren

Zwar handle es sich bei Apothekenteams insgesamt um einen kleinen Berufsstand mit rund 160.000 Beschäftigten. „Aber wir haben eine enorme Kommunikationsmacht: Täglich gibt es rund drei Millionen Patientenkontakte in den Apotheken vor Ort. Das ist ein gewaltiges Potenzial, das uns politisches Gewicht verleiht – wenn es gelingt, es zu aktivieren.“

Jede Apotheke könne diese Kommunikationsmacht aktivieren, „damit dieser kleine und so wichtige Berufstand die Chance hat, gehört zu werden“. Aus der Sicht Thürigens brauche es dafür ein gesichertes Tool mit der Möglichkeit sich zu vernetzen und zu sehen, wie und ob andere Apothekenteams teilnehmen.

Alles kann, nichts muss

Primär gehe es laut Schneeberg darum, Apotheken in Thüringen zu motivieren – wenn das über die Landesgrenzen hinausgeht, umso besser. „Wir verfolgen keinen bundesweiten Rollout, aber wir öffnen die Plattform für alle. Ich bin da ganz offen und sage, es passt nicht immer alles für alle. Wir bieten es für alle an, jeder darf sich beteiligen, und wenn nicht, dann ist das auch völlig in Ordnung.“

In den vergangenen Tagen haben sich bereits mehr als 2000 Apotheken außerhalb Thüringens angemeldet. „Jeder kann sich unverbindlich mit seiner N-ID anmelden und einfach schauen, ob das Tool das richtige für ihn ist.“

Für den bevorstehenden Protesttag wünsche sich Schneeberg einen starken Auftritt in den fünf Städten. „Und wenn ApoProtest dazu beitragen kann, dass Apothekenteams bestärkt und mit Sicherheit zu einem der Protestorte fahren, dann ist das genau das, was wir mit der Plattform erreichen möchten.“ Er appelliert: „ApoProtest anschauen, informieren und mitmachen!“

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