Nasensprays mit Wechselwirkungen

Xylometazolin verstärkt MAO-Hemmer

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Berlin -

Abschwellende Nasensprays sollten nicht länger als sieben Tage am Stück angewendet werden, da sonst ein Abhängigkeitsrisiko besteht. Aber bei der Anwendung von Xylometazolin & Co. sind auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln zu beachten. Dazu gehören unter anderem Erkältungskombis mit Pseudoephedrin, aber auch trizyklische Antidepressiva und Monoaminoxidase-Hemmer.

Xylo- und Oxymetazolin sind die Alpha-Sympathomimetika in abschwellenden Nasensprays, wirken gefäßverengend und erreichen so ein Abschwellen der Nasenschleimhäute. Die Imidazol-Derivate sind alpha-adrenerg wirksam und stimulieren die Beta-Rezeptoren. Das wiederum hat einen gefäßerweiternden Effekt zur Folge. Allerdings überwiegt die Gefäßverengung. Oxymetazolin werden laut Hersteller außerdem antivirale und entzündungshemmende Eigenschaften zugesprochen. Bei einer ein- bis dreimal täglichen Anwendung sollte ein Behandlungszeitraum von maximal sieben Tagen nicht überschritten werden. Sonst kann es zu einer Abhängigkeit kommen und eine Rhinitis medicamentosa die Folge sein. Diese äußert sich in einer chronischen Schwellung der Nasenschleimhäute. Ein Teufelskreis beginnt, denn die Betroffene nutzen die abschwellenden Produkte weiter, um durchatmen zu können.

MAO-Hemmer werden zur Behandlung von Depressionen und Morbus Parkinson eingesetzt. Die Arzneistoffe hemmen die Monoaminooxidase, die Neurotransmitter wie Dopamin, Serotonin, Adrenalin oder Noradrenalin abbaut, die zu den Monoaminen zählen. Eine Hemmung der MAO geht somit mit einer höheren Neurotransmitterkonzentration im synaptischen Spalt einher. So kann beispielsweise bei antriebslosen depressiven Patienten eine stimmungsaufhellende und antriebssteigernde Wirkung erzielt werden. Die Stoffklasse kann in verschiedene Arten wie Typ A (MAO-A; Abbau von Serotonin, Noradrenalin, Dopamin) und Typ B (MAO-B; Abbau von Dopamin, Phenylethylamin, Benzylamin) unterschieden werden. Dabei gibt es selektive und nicht selektive Vertreter. Eine weitere Unterscheidung ist aufgrund der Umkehrbarkeit ihrer Wirkung möglich. Irreversible MAO-Hemmer binden dauerhaft und lassen sich von ihren Bindungsstellen nicht verdrängen – also unumkehrbar –, während reversible MAO-Hemmer nur schwach binden.

Xylometazolin nicht mit MAO-Hemmern

Xylometazolin kann die Wirkung von MAO-Hemmern verstärken und eine hypertensive Krise verursachen. Daher sollten abschwellende Nasensprays nicht von Personen angewendet werden, die mit MAO-Hemmern behandelt werden oder in den letzten 14 Tagen behandelt wurden.

Für Rasagilin, einem irreversiblen MAO-B-Hemmer, der die Dopaminkonzentration im synaptischen Spalt erhöht und bei Parkison angewendet wird, heißt es in der Fachinformation: „Die gleichzeitige Anwendung von Rasagilin und Dextromethorphan oder Sympathomimetika, zum Beispiel solchen, die in schleimhautabschwellenden Arzneimitteln zur nasalen und oralen Anwendung enthalten sind, oder mit Arzneimitteln gegen Erkältungen, die Ephedrin oder Pseudoephedrin enthalten, wird nicht empfohlen.“

Zudem ist eine Kombination von Xylometazolin und trizyklischen Antidepressiva aufgrund einer Blutdruckerhöhung möglichst zu vermeiden.

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