Lieferengpass

Versorgungsmangel bei Natriumperchlorat

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Berlin -

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat für Natriumperchlorat-haltige Arzneimittel einen Versorgungsmangel festgestellt.

Irenat-Tropfen sind seit einigen Monaten nicht lieferbar. Der Engpass wird voraussichtlich fünf Jahre andauern, so die Information des BfArM im Herbst vergangenen Jahres. Alternativen gibt es nicht. Ein Problem: Ohne die Tropfen ist eine CT-Untersuchung für einige Patient:innen nicht zu verantworten.

Im Oktober 2023 hat das BfArM für das Arzneimittel Irenat-Tropfen eine Anhebung des für die Anwendung maßgeblichen Preisstands nach § 130a Absatz 3a Sozialgesetzbuch (SGB V) um 50 Prozent empfohlen. Jetzt wurde ein Versorgungsmangel festgestellt.

Auf Grundlage der Bekanntmachung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) nach § 79 Absatz 5 und 6 des Arzneimittelgesetzes (AMG) haben die zuständigen Behörden der Länder die Möglichkeit im Einzelfall ein befristetes Abweichen von den Vorgaben des AMG gestatten.

Das Thyreostatikum Perchlorat hemmt kompetitiv die Aufnahme von Iod in die Schilddrüse und setzt akkumuliertes Iodid aus der Schilddrüse frei. Natriumperchlorat kommt zur Therapie bei Hyperthyreose, zur Blockade der Schilddrüse bei szintigraphischen Untersuchungen anderer Organe mit radioaktiv markiertem Iod oder bei Immunszintigraphien zur Tumorsuche mit Radioiod-markierten Antikörpern zum Einsatz.

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