Pfizer nach Viagra mit Xiaflex | APOTHEKE ADHOC
Penis-Verkrümmung

Pfizer nach Viagra mit Xiaflex

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Der amerikanische Pharmakonzern Pfizer hat sich die Vermarktungsrechte an dem aussichtsreichen Arzneistoffkandidaten Xiaflex gesichert. Das Enzympräparat des US-Biotech-Unternehmens Auxilium befindet sich unter anderem in der klinischen Prüfung zur Therapie der Penisverkrümmung (Morbus Peyronie). Die Zulassung zur Behandlung von Morbus Dupuytren, einer Bindegewebeerkrankung der Haut, wird in den USA den Angaben der Partner zufolge Anfang 2009 erwartet. Pfizer strebt die Markteinführung des Medikaments für diese Indikation in Europa für 2010 an.

Xiaflex enthält nach Herstellerangaben eine Kombination verschiedener Kollagenasen, die in der Lage sind, krankhafte Ansammlungen von Kollagen, dem Strukturprotein des Bindegewebes, zu spalten. Gewonnen wurden sie von dem Bakterium Clostridium histolyticum, das zu den seltenen Erregern des Gasbrands zählt. Der synergistische Effekt dieser clostridialen Kollagenase spaltet Auxilium zufolge die Tripelhelix-Struktur des Kollagens effektiver als die menschliche Kollagenasen.

Kollagenansammlungen spielen bei vielen Erkrankungen des Bindegewebes eines Rolle. Sie führen bei der so genannten Dupuytren-Kontraktur zu einer Verkrümmung und Versteifung der Finger. Die Phase-III-Prüfung zur Therapie von Morbus Dupuytren ist nach Angaben von Auxilium bereits abgeschlossen. Bisher wird die Erkrankung fast ausschließlich chirurgisch behandelt. Der Eingriff könnte durch die Injektion von Xiaflex in Zukunft möglicherweise verhindert werden.

Die Ansammlung von Kollagen am Penisschaft ist auch die Ursache für die Verkrümmung des Glieds, von der etwa 5 Prozent der männlichen Bevölkerung betroffen sind. Die geweblichen Veränderungen können zu Erektionsstörungen führen. Die Wirksamkeit von Xiaflex wurde bereits an einem kleinen Patientenkollektiv (Phase IIb) untersucht. Die Ergebnisse werden für Ende des Jahres erwartet. Pfizer könnte somit neben Sildenafil (Viagra) in Zukunft bald einen zweiten Arzneistoff auf dem Markt haben, der gegen eine Ursache der erektilen Dysfunktion wirkt.

Nach der der geschlossenen Vereinbarung erhält Auxilium von Pfizer zunächst 75 Millionen US-Dollar, weitere 410 Millionen Dollar sollen fließen, wenn das Mittel die Zulassungshürde nimmt und einen definierten Umsatz auf dem Markt erzielt. Der Vereinbarung zufolge darf Pfizer das Präparat für den Fall der Zulassung in den 27 Staaten der Europäischen Union sowie in 19 weiteren Ländern in Europa und Asien vertreiben.

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