Ältere Menschen betroffen

Osteoporose: Glätteunfälle und viele Knochenbrüche

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Berlin -

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) warnt aktuell vor Knochenbrüchen bei Glätteunfällen. „Dies kann ein erstes Anzeichen für eine Osteoporose sein.“ Zu wenige Menschen würden nach Frakturen nicht die notwendige internistische Anschlussversorgung erhalten: „Eine Behandlung ist essenziell, um dem Verlust der Knochenstabilität gezielt entgegenzuwirken und so weitere Brüche zu verhindern“, betont die Fachgesellschaft.

Im Winter kommt es häufiger zu Glätteunfällen. Knochenbrüche sind – insbesondere bei älteren Menschen – die Folge. Die DGIM warnt, dass erste Anzeichen für eine bislang unerkannte Osteoporose zu wenig ernstgenommen werden.

„Kommt es bereits bei einem Sturz aus dem Stand zu einem Bruch, spricht dies häufig für eine verminderte Knochenstabilität. Ein solcher Bruch ist medizinisch betrachtet oft kein Zufall, sondern ein deutliches Warnsignal“, erklärt Professorin Dr. Dagmar Führer-Sakel, Vorsitzende der DGIM. „Wird die zugrunde liegende Osteoporose nicht erkannt und behandelt, steigt das Risiko für weitere Frakturen erheblich.“

Erster Bruch als Prädiktor

Besonders betroffen sind laut Expertin Frauen nach den Wechseljahren, ältere Männer sowie Menschen mit hormonellen Erkrankungen oder einer längerfristigen Kortisontherapie. Mit zunehmendem Alter kämen weitere Risikofaktoren wie Muskelabbau, Gleichgewichtsstörungen und Seheinschränkungen hinzu. „Der erste Knochenbruch gilt als stärkster Prädiktor für Folgefrakturen – vor allem in den ersten ein bis zwei Jahren danach“, erläutert Führer-Sakel.

Trotz dieser bekannten Zusammenhänge bleibe die Osteoporose-Abklärung nach Knochenbrüchen häufig aus. Dabei zeigen Studien, dass in Deutschland nur etwa 30 Prozent der Patientinnen und Patienten nach einer fragilitätsbedingten Fraktur leitliniengerecht diagnostiziert oder behandelt werden. „Die Abklärung der Osteoporose erfordert internistische Expertise“, weiß Führer-Sakel.

Dazu gehören klinische Untersuchungen, Funktionstests, Knochendichtemessung und Laboruntersuchungen. Die Bewertung von Vorerkrankungen und individuellen Risikofaktoren spielen eine Schlüsselrolle dabei, die Wahrscheinlichkeit für Knochenbrüche einzuschätzen.

Frühzeitige Behandlung essenziell

„Eine frühzeitige medikamentöse Behandlung der Osteoporose zusätzlich zur Basistherapie senkt nachweislich das Risiko weiterer Knochenbrüche“, betont die Expertin. Ergänzend dazu sei eine knochengesunde Lebensweise mit ausreichender Kalziumzufuhr über die Nahrung, eine optimale Vitamin-D-Versorgung und regelmäßige körperlicher Aktivität – vor allem Sport mit Kombination aus Ausdauer-, Koordinations- und Krafttraining – unverzichtbar, um Stürzen und Frakturen vorzubeugen.

„Wir versorgen den Bruch zwar chirurgisch oft sehr gut, verlieren aber seine Ursache aus dem Blick“, erläutert DGIM-Generalsekretär Professor Dr. Georg Ertl. „Gerade bei Menschen mit Risikofaktoren einer Osteoporose ist es nach einer Fraktur besonders wichtig, die Knochengesundheit als entscheidenden Faktor mitzudenken.“

Andererseits könne auch regelmäßige Bewegung – auch im Winter – helfen, weitere Stürze, Brüche und Einschränkungen im fortschreitenden Alter zu vermeiden“, so der Würzburger Internist.

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