Seelische Störungen

Mehr Therapeuten für Kinder dpa, 07.07.2007 13:48 Uhr

Magdeburg -

In Sachsen-Anhalt nimmt die Zahl der schweren Fälle seelischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen zu. Gleichzeitig fehlen Psychotherapeuten. Wartezeiten bis zu einem halben Jahr sind keine Seltenheit, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Eine Rolle spielt in unserer Wohlstandsgesellschaft die Regellosigkeit bei der Erziehung der Kinder. Das kann seelisch krank machen", sagte die Kinderärztin und Therapeutin Dorothi Zeißler aus Halle. "Psychosomatische Beschwerden wie Bauchschmerzen und Kopfschmerzen bauen sich bei Schülern zur Zeugnisausgabe verstärkt auf. Während der langen Wartezeiten auf eine Therapie können sich die Symptome verstärken."

Professionelle Hilfe ist nur schwer zu bekommen. "In Sachsen-Anhalt gibt es mit nur 20 niedergelassenen Experten für Kinder und Jugendliche den größten Mangel, etwa 100 wären notwendig", sagte die Präsidentin der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer (OPK/Weißenfels), Andrea Mrazek. "Insgesamt sind von den 1746 Vertragstherapeuten in Ostdeutschland lediglich 190 auf Kinder und Jugendliche spezialisiert." Gründe für den Mangel seien Fehler bei der Bedarfsplanung. Hinzu komme ein gedeckeltes Honorarbudget, das die Zulassung weiterer Experten erschwere, erklärte Mrazek.

Eine ähnliche Situation sieht der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (Berlin), Michael Schulte-Markwort, bei den Ärzten. "In ganz Deutschland gibt es zu wenig Kinder- und Jugendpsychiater, besonders extrem ist die Notsituation in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und dem nördliche Niedersachsen." Die Ärzte fehlten, weil die Arbeitsbedingungen in diesen Regionen nicht attraktiv seien. "Politik und Gesellschaft nehmen das Problem der dramatischen Unterversorgung einfach nicht ernst. Viele Erwachsene, die heute in Nervenkliniken leben, hätten als Kind gut behandelt werden können", sagte Schulte-Markwort. Ein weiterer Grund für den Expertenmangel im Osten sei die zu geringe Zahl an Ausbildungsplätzen für Kinder- und Jugendpsychiater.

"Die Fälle sind immer schwerer behandelbar", sagte die Kinder- und Jugendpsychiaterin Manuela Elz vom St. Elisabeth und St. Barbara Krankenhaus in Halle. "Bindungslosigkeit, Angst vor der Schule,
Konzentrations- und Essstörungen sind auf dem Vormarsch." Viele Kinder kämen aus sozial schwachen Familien. Arbeitslosigkeit und Alkoholismus wirkten sich aus. "Weil es auch in Halle an
niedergelassenen Ärzten und Therapeuten fehlt, übernehmen wir als Krankenhaus teilweise diese Aufgabe", sagte Elz.

"Im vergangenen Jahr wurden 1200 Kinder und Jugendliche ambulant sowie 350 stationär im Barbara-Krankenhaus betreut. Etwa ein Viertel der ambulanten Fälle hätte als erstes bei einem niedergelassenen Arzt vorgestellt werden müssen", sagte Elz. Aber den Psychiatern fehle die
Zeit für eine Behandlung, die etwa 50 Minuten pro Sitzung dauert.

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