Influenza

Kommt jetzt die Robbengrippe?

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Berlin -

US-Forscher haben bei Robben einen neuen Grippe-Erreger gefunden, der auch für Menschen gefährlich werden könnte. Das Virus ähnelt einem Vogelgrippevirus, der seit zehn Jahren unter Wasservögeln in Nordamerika zirkuliert. Bei dem Erreger, der zum Stamm der Influenza-A-Viren H3N8 bei Vögeln gehört, fanden die Forscher Mutationen, die eine Übertragung auf Säugetiere ermöglichen.

 

Zu den Anpassungen gehört die Mutation D701N an dem viralen Protein PB2, die auch bei dem Influenzastamm H5N1 gefunden wurde. Diese genetische Veränderung erleichtert die Übertragung des Erregers zwischen Säugetieren. Das Virus ist zudem in der Lage, an Rezeptoren in den Atemwegen von Vögeln (SA alpha 2,3) und Säugetieren (SA alpha 2,6) anzubinden.

Das Aufkommen neuer Influenzastämme sei immer ein Anlass für große Sorge, warnen die Wissenschaftler. Besonders bedenklich sei es, wenn die Infektion weniger Säugetiere das Potential habe, einen großen Krankheitsausbruch hervorzurufen. Der mutierte Virusstamm H3N8 ist den Wissenschaftlern zufolge potenziell gefährlich und sollte daher künftig genau überwacht werden.

Die Forscher hatten fünf Seehunde untersucht, die im vergangenen Herbst an der Ostküste der USA gestorben waren. Bei einem Ausbruch von Pneumonie waren damals insgesamt mehr als 160 Tiere verendet, überwiegend Jungtiere. Bei der Suche nach der Ursache für das Robbensterben stießen die Forscher auf den Influenza-Stamm H3N8.

 

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