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Forscher warnen vor „Pillen-Sharing“

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Jeder dritte erwachsene US-Bürger nutzt gelegentlich fremde verschreibungspflichtige Medikamente. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Journal of Women's Health veröffentlicht wurde. US-Wissenschaftler hatten Umfragen aus den Jahren 2001 bis 2006 unter mehr als 26.000 Amerikanern ausgewertet. 29 Prozent der Frauen und 27 Prozent der Männer haben sich demnach schon einmal verschreibungspflichtige Medikamente ausgeliehen oder mit jemandem geteilt.

Besonders unter jungen Menschen ist das Weitergeben von Arzneimitteln beliebt: Mehr als ein Drittel der Frauen im gebärfähigen Alter gab an, schon einmal zu fremden Medikamenten gegriffen oder eigene Arzneimittel weitergegeben zu haben. Dabei werden besonders oft Allergie- oder Schmerzmittel geteilt. Ein Drittel der Frauen lieh oder verlieh aber auch Antibiotika; jede zehnte Frau nahm schon einmal fremde Anti-Depressiva ein oder gab stimmungsaufhellende Medikamente weiter, die ihr verordnet worden waren.

Mehr als 70 Prozent der jungen Frauen gaben an, fremde Medikamente zu nehmen, die sie selbst verordnet bekommen, momentan aber vergessen haben. Hier können jedoch den Wissenschaftlern zufolge leicht Verwechslungen bei der Dosierung oder dem Typ des Medikamentes auftreten. Jede fünfte Frau gab an, sie würde Arzneimittel „leihen“, wenn sie sich diese selbst nicht leisten können. Etwa 22 Prozent der Frauen brauchen durch Weitergabe übrig gebliebene Medizin auf, die sie selbst nicht mehr nutzen.

Den Autoren zufolge birgt das Nutzen von Medikamenten, die anderen Patienten verschrieben wurden, zahlreiche Risiken. Dazu gehören unerwartete Nebenwirkungen, Interaktionen zwischen verschiedenen Arzneimitteln oder auch Komplikationen aufgrund falscher Anwendung. Besonders für Frauen im gebärfähigen Alter könne die Einnahme fremder Arzneimittel gefährlich sein und Missbildungen an Fötus oder Embryo verursachen.

Die Studie bestätige, was viele Mediziner bereits vermuteten, so die Forscher: Patienten müssten mehr über die Risiken des Leihens und Teilens von Medikamenten aufgeklärt werden. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter seien durch das Pillen-Sharing gefährdet: Beinahe die Hälfte aller Schwangerschaften in den USA seien ungeplant, und Frauen könnten versehentlich schädliche Medikamente nehmen, weil sie nicht wissen, dass sie schwanger sind.

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