US-Wahlkampf

Versicherungsschutz für alle

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Wenn im November in den USA ein neuer Präsident gewählt wird, dürfte auch die Gesundheitspolitik wieder verstärkt auf die Tagesordnung rücken. Nach längerer Zurückhaltung werben die Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama im Wahlkampf mittlerweile mit ihren Konzepten. Neben den kontinuierlich steigenden Kosten stehen auch die 47 Millionen US-Bürger ohne Krankenversicherung im Mittelpunkt künftiger Bemühungen.

Obama will der Regierung mehr Kontrolle übertragen und hat zum Ziel, dass bis zum Jahr 2012 alle US-Bürger krankenversichert sind. Wie das Handelsblatt berichtete, soll demnach der Abschluss einer Krankenversicherung verpflichtend werden. Die Amerikaner sollen zwischen verschiedenen Angeboten privater und staatlicher Versicherungen wählen können und von einem Kontrahierungszwang der Versicherungen profitieren. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern selbst keine Versicherung anbieten, müssten Zahlungen an ihre Beschäftigten leisten, so Obamas Konzept. Der Demokrat plant außerdem, das staatliche Versicherungsprogramm Medicaid auszuweiten.

McCain setzt dagegen auf eine Regulierung durch den Markt: Steuergeschenke von 2.500 Dollar für Alleinstehende und 5.000 Dollar für Verheiratete sollen einen Anreiz schaffen, eine Versicherung abzuschließen. Diese Policen könnten auch bei einem Jobwechsel mitgenommen werden. Mit dem Vorschlag sollen Steuervorteile nicht nur Arbeitgebern zugute kommen, sondern jedem Versicherten. McCain plant weiterhin, die Grenzen der Bundesstaaten für einen Wettbewerb der Versicherer zu öffnen, so dass diese ihre Leistungen künftig in den gesamten USA anbieten können. Das Konzept einer Verpflichtung lehnt McCain hingegen ab.

Weder Obamas noch McCains Pläne gelten laut Handelsblatt jedoch als festgesetzt, zumal keiner von beiden als ausgewiesener Gesundheitsexperte gilt. Besonders für den Republikaner McCain dürfte im Falle eines Wahlsieges die Umsetzung der Konzepte schwierig werden, zumal die Demokraten in beiden Kammern des Kongresses die Mehrheit haben. Schon in der Vergangenheit waren wiederholt Reformen des US-Gesundheitswesens an Senat und Repräsentantenhaus gescheitert.

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