Schleswig-Holstein

Apotheker: Lidocain für Kokain-Dealer?

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Berlin -

Im schleswig-holsteinischen Husum haben Fahnder eine Apotheke durchsucht. Dem Inhaber wird vorgeworfen, Lidocain als Streckmittel für Kokain verkauft zu haben. Insgesamt seien am Freitag vier Objekte, darunter auch das Wohnhaus des Apothekers, durchsucht und Beweismittel sichergestellt worden, sagte der Flensburger Oberstaatsanwalt Otto Gosch.

„Der Handel mit Lidocain ist nicht strafbewehrt“, betont Gosch. Wenn der Apotheker allerdings gewusst habe, dass das Lokalanästhetikum zum Strecken von Kokain verwendet worden sei, habe er sich der Beihilfe zum Betäubungsmittelhandel schuldig gemacht.

Auf die Apotheke war man aufmerksam geworden, weil untypisch hohe Mengen an Lidocain abgegeben worden seien, so Gosch. Die Apotheke befindet sich in einem Haus mit einer Arztpraxis, gegen die ein weiteres Ermittlungsverfahren läuft: Dabei waren Unregelmäßigkeiten aufgetreten, sodass die Fahnder auch in der Apotheke recherchierten und auf die erhöhten Lidocain-Abgaben stießen.

Die von der Polizei sichergestellten Beweismittel würden nun ausgewertet, erklärte Gosch, Anschließend werde man den Apotheker vernehmen, der seine Apotheke zunächst weiterführt.

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