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Schleichwerbung in Arztserie

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Die ARD-Arztserie „In aller Freundschaft“ wurde nach einem Berichts des Magazins „Stern“ jahrelang für Schleichwerbung missbraucht. Der „Stern“ bezieht sich dabei auf ein bisher unveröffentlichtes Protokoll der PR-Agentur, die die Aufträge der Pharmaunternehmen bearbeitet habe. In Deutschland ist Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente beim Laienpublikum grundsätzlich verboten.

In dem Agentur-Protokoll taucht zum Beispiel ein „Abschluss“ mit UCB Pharma auf, Hersteller des Epilepsie-Präparats Keppra. In einer Folge von „In aller Freundschaft“ im Main 2003 wurde der Produktname zwar nicht explizit genannt, allerdings habe es eine recht genaue Beschreibung des neuen Medikamentes gegeben. UCB Pharma habe mehrere schriftliche Anfragen des „Stern“ zu dem Fall nicht beantwortet. Auch die Pharmaunternehmen AstraZeneca, Novartis und Sanofi-Aventis verweigerten demnach die Auskunft zu den sie betreffenden Schleichwerbefällen.

Bereits 2005 stand „In aller Freundschaft“ unter dem Verdacht, Pharmaunternehmen Schleichwerbung zu ermöglichen. Einzelheiten über die Medikamente oder Unternehmen seien aber bislang nicht bekannt gewesen. Zwischen 2002 und 2004 soll die mit der Abrechnung betraute Bavaria-Tochter BSM allein mehr als 250.000 Euro für Pharma-Schleichwerbung kassiert haben, nur für die ARD-Ärzteserie.

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