Durchfall-Erkrankungen

Rotaviren: Infektionsfälle in Deutschland steigen

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Berlin -

Die aktuelle Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt einen massiven Anstieg der Rotaviren-Fälle in Deutschland. Auch neue Daten der AOK NordWest zeigen das ganze Ausmaß des Infektionsgeschehens im Norden und markieren einen deutlichen Trend gegenüber dem Vorjahr.

Die Zahl der gemeldeten Infektionen mit Rotaviren in Schleswig-Holstein hat 2025 deutlich zugenommen. Im vergangenen Jahr gab es 948 Infektionsfälle mit dem Rotavirus, wie eine Sprecherin der AOK NordWest der Deutschen Presse-Agentur sagte. Basis sind Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. 2024 hatte es im Norden 569 Fälle gegeben.

Die Dynamik in den ersten Januarwochen ist deutlich:

  • Fälle in Woche 1: 178 Fälle
  • Fälle in Woche 2: 263 Fälle.

Steigerung um fast 50 Prozent

Innerhalb nur einer Woche haben sich die gemeldeten Neuerkrankungen bundesweit um etwa 48 Prozent gesteigert. Dies deutet darauf hin, dass die Rotavirus-Saison im Januar zwar auf einem niedrigen Niveau beginnt, aber nun deutlich an Fahrt gewinnt.

Dabei gibt es laut dem RKI regionale „Hotspots“:

  • Sachsen: In KW 1 waren es nur 26 Fälle, in KW 2 sind es bereits 45 Fälle
  • Nordrhein-Westfalen: Steigerung von 33 Fällen in KW 1 auf 48 Fälle in KW 2
  • Sachsen-Anhalt: Verdopplung der wöchentlichen Dynamik von 17 in KW 1 auf 33 in KW 2

Aber: Obwohl die Kurve im Januar steiler nach oben zeigt, bleibt die Intensität weit hinter dem Vorjahr zurück. In den ersten zwei Wochen 2025 gab es bereits 1051 gemeldete Fälle.

Rotaviren verursachen Durchfälle, Erbrechen und Bauchschmerzen. Im Vergleich zu anderen Durchfall-Erkrankungen verläuft die durch Rotaviren verursachte Magen-Darm-Erkrankung den Angaben zufolge bei Säuglingen und Kleinkindern häufig schwer. Da die Erreger extrem widerstandsfähig und hochansteckend sind, gibt es wichtige Punkte im Umgang mit der Infektion zu beachten.

Inkubationszeit und Symptome

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit ist sehr kurz. In der Regel beträgt diese ein bis drei Tage.

Symptome: Typisch ist ein abruptes Einsetzen von wässrigem Durchfall, Erbrechen und oft auch Fieber sowie Bauchschmerzen. Gefahr besteht besonders bei kleinen Kindern, denn der Infekt führt zu starkem Flüssigkeitsverlust und somit schnell zur Dehydration.

Ansteckung: Der Weg des Erregers

Rotaviren werden vor allem fäkal-oral übertragen, sprich über Schmierinfektionen. Die Viren gelangen von den Händen nach dem Toilettengang oder Windelwechsel auf Gegenstände und Lebensmittel. Die Ansteckung kann auch direkt von Mensch zu Mensch erfolgen. Das Problem: Die Viren können auf Oberflächen wie Türgriffen, und Spielzeug tagelang überleben. Achtung: Betroffene sind hochansteckend, solange sie Symptome haben, meist aber auch noch bis zu acht Tage danach.

Prävention: Wie man sich schützt

Da herkömmliche Desinfektionsmittel oft nicht gegen Rotaviren wirken, sind spezifische Maßnahmen nötig:

  • Händewaschen: Gründliches Waschen mit Seife reduziert die Viruslast deutlich.
  • Spezielle Desinfektion: Es müssen Mittel verwendet werden, die explizit als „viruzid“ gekennzeichnet sind.
  • Impfung: Die Stiko empfiehlt für Säuglinge eine Schluckimpfung. Diese sollte frühzeitig begonnen werden (ab 6 Wochen) und schützt sehr effektiv vor schweren Verläufen.

Maßnahmen im Krankheitsfall

Wenn eine Infektion vorliegt, stehen die Rehydrierung und die Eindämmung der Ausbreitung im Vordergrund:

  • Flüssigkeitszufuhr: Viel trinken (Tee, Wasser), Gabe von Elektrolytlösungen
  • Hygiene im Haushalt: Eigene Handtücher verwenden, Toiletten nach jeder Benutzung desinfizieren und Wäsche bei mindestens 60°C waschen.
  • Isolation: Erkrankte Kinder dürfen Gemeinschaftseinrichtungen (Kita, Schule) erst wieder besuchen, wenn sie mindestens 48 Stunden symptomfrei sind.
  • Meldepflicht: Die Erkrankung ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.
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