Labor unter Verdacht | APOTHEKE ADHOC
Maul- und Klauenseuche

Labor unter Verdacht

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In Großbritannien ist erneut die Maul- und Klauenseuche (MKS) ausgebrochen. Der Virusstamm wurde in mehr als 60 getöteten Rindern eines südenglischen Bauernhofes nachgewiesen. Nun erwarten Experten gespannt die Ergebnisse der Analyse des Virus. Möglicherweise stammt der Erreger aus einer nahegelegenen Forschungseinrichtung der amerikanischen Firma Merial Animal Health in der Ortschaft Pirbright. Die abgeschwächten Erreger zur Produktion von Impfstoffen könnten auf den nur fünf Kilometer entfernten Bauernhof übergesprungen sein. Der britische Premierminister Gordon Brown betonte, es seien rasch umfassende Maßnahmen zur Eindämmung der MKS eingeleitet worden. Ziel sei es nun, sie vollständig unter Kontrolle zu bringen und schließlich auszumerzen.

Die Deutsche Presse Agentur (dpa) berichtet, in Deutschland seien fünf Transporte mit rund 40 Tieren von der Insel untersucht worden. Laut einem Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums seien sie nach Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein gegangen. Tiertransporte dürfen die unter Beobachtung stehenden Höfe derzeit nicht verlassen. Auch in Bayern ordneten die Behörden für zwei Betriebe, die Tiertransporte aus England erhalten hatten, vorsichtshalber die Beobachtung an. Die zuständigen Umweltministerien sprachen von „reinen Vorsichtsmaßnahmen“.

Nach Angaben des Bundesagrarministeriums deute alles darauf hin, dass die importierten Tiere nicht von MKS befallen sind. Die Tiere stammten nicht aus der Region in Südengland, in der jetzt die Seuche ausgebrochen ist, sagte ein Ministeriumssprecher. Landwirte werden aufgefordert, Auffälligkeiten in ihren Betrieben sofort zu melden. In Deutschland wurden wegen des Verdachtes auf MKS zuletzt 2001 Hunderte von Tieren geschlachtet, nachdem die Seuche in Großbritannien ausgebrochen war. Auf deutschen Höfen wurde damals kein Fall bestätigt.

Für Menschen sei die Tierkrankheit ungefährlich, teilte die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände mit. „Wer keinen unmittelbaren und intensiven Kontakt mit erkrankten Tieren oder dem ausgeschiedenen Virus hat, braucht sich keine Sorgen zu machen", sagte Magdalene Linz, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Auch der Verzehr des Fleisches infizierter Tiere stelle keine Gefahr dar. MKS kann Rinder, Schweine und Ziegen befallen, von Erkrankungen bei Menschen wird nur in Einzelfällen berichtet. Die Betroffenen leiden an Fieber, Kopf und Gliederschmerzen. An den Händen und Füßen bilden sich Blasen, die innerhalb einiger Tage abheilen. Haustiere wie Hunde oder Katzen sind von der Tierseuche kaum betroffen.

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