Viele Fußgängerunfälle

Kliniken durch Glätte-Unfälle „extrem belastet“

, Uhr aktualisiert am 13.01.2026 11:17 Uhr
Berlin/Hannover/Rostock/Greifswald -

Viele Glätte-Unfälle haben in den deutschen Notaufnahmen für eine außergewöhnliche Belastung gesorgt. „Eis und Schnee haben uns in den vergangenen Tagen auch in den Notaufnahmen extrem belastet“, sagte Dr. Gerald Gaß, Vorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), der „Rheinischen Post“. „Wir haben eine große Zahl an Fußgängerunfällen gesehen – überwiegend mit kleineren Verletzungen und Brüchen, aber auch mit schweren Verkehrsunfällen durch glatte Straßen.“

Das Winterwetter hatte in den vergangenen Tagen vielerorts für gefährliche Glätte und zahlreiche Unfälle gesorgt. Während sich die Lage im Westen Deutschlands weitgehend entspannt hat, mussten sich Menschen im Osten und Südosten heute Morgen auf gefährliche Witterungsverhältnisse einstellen.

Für die Arztpraxen blieb das Patientenaufkommen bisher gut beherrschbar. „Vieles konnte direkt in unseren Praxen behandelt werden, in einigen Fällen mussten die Patientinnen und Patienten in die Kliniken überwiesen werden“, sagte Dr. Markus Beier, Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands. Allerdings erwarte er in den kommenden Tagen viele Patienten, bei denen nach einem Sturz die Nachbehandlung anstehe.

Die Notaufnahme der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) meldet trotz vereister Fußwege und glatter Straßen weiter eine entspannte Lage. Insgesamt habe es während des Winterwetters in den vergangenen Tagen sogar weniger Patienten mit schweren Unfällen gegeben als normalerweise, teilte die MHH mit. Dies könne demnach an den vielen Warnhinweisen liegen.

Behandelt wurden laut MHH vorwiegend Brüche des Hand- und Sprunggelenks. Alle sollen in den kommenden Tagen operiert werden. Mitarbeiter, die aufgrund des Wetters nicht oder nur schwer zur Arbeit kommen konnten, habe es kaum gegeben.

Unterschiedliche Lage in MV

Die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) muss infolge von Glatteis mehrere Menschen nach Stürzen behandeln. Binnen drei Stunden seien heute Vormittag 15 Patienten teils mit Knochenbrüchen in die Notaufnahme gekommen. Es sei zu merken, dass derartige Diagnosen vermehrt auftreten, sagte ein Sprecher der UMG.

In Rostock habe es Einzelfälle gegeben, sagte ein Sprecher der Universitätsmedizin Rostock, etwa sturzbedingte Prellungen. Das Helios Hanseklinikum Stralsund verzeichnete nach eigenen Angaben keine Häufung. „Bei uns hat es nicht so viel geregnet, und die Straßen sind weitgehend frei“, teilte ein Sprecher mit. Auch in Wismar gab es keinen wetterbedingten Ansturm auf die Notaufnahme, wie eine Sprecherin des Sana Hanse-Klinikums schrieb.

In Greifswald habe die Häufung unfallchirurgischer Behandlungen nicht zu einer Überlastung der Notaufnahme geführt, sagte der UMG-Sprecher. Grund sei auch, dass bei dem aktuellen Wetter keine Menschen kämen, die sich sonst bei Problemen meldeten, ohne ein Notfall zu sein.

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