Umfrage

Junge Europäer für Drogen-Verbot

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Fast alle jungen Europäer befürworten einer EU-weiten Umfrage zufolge das bestehende Verbot von Heroin, Kokain und Ecstasy. Der Konsum dieser harten Drogen solle gesetzwidrig bleiben, meinten zwischen 94 und 97 Prozent der 12.000 Befragten aus allen 27 EU-Staaten. Zu weichen Drogen äußerten sich die 15- bis 24-Jährigen in der am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage dagegen deutlich toleranter.

Der Konsum von Cannabis soll nach Ansicht von gut zwei Dritteln der Jugendlichen verboten bleiben. 31 Prozent sprachen sich dafür aus, dass Haschisch ähnlich wie Alkohol und Zigaretten erlaubt werden sollte.

Eine deutliche Mehrheit der telefonisch Befragten befürwortet, dass der Verkauf legaler Drogen wie Alkohol und Zigaretten weiter gesetzlich reguliert wird. Nur 18 Prozent wollen Tabak ganz verbieten. 9 Prozent würden es gerne sehen, wenn Alkohol illegal wäre. Mädchen sprachen sich häufiger für ein striktes Alkoholverbot aus als Jungen.

Den Missbrauch von Heroin, Kokain und Ecstasy stuften zwischen 81 und 96 Prozent als sehr gefährlich ein. 41 Prozent der Befragten meinte, Joints zu rauchen berge ein hohes Gesundheitsrisiko. Nach Einschätzung von 43 Prozent stellt der Konsum von Cannabis ein mit dem von Tabak vergleichbares „mittleres Risiko“ dar. Alkohol wird von 75 Prozent als mittel- bis wenig gefährlich gesehen.

Am tolerantesten gegenüber Drogenmissbrauch sind laut der von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Umfrage die jungen Tschechen. Dort halten nur 37 Prozent der Befragten Ecstasy für gefährlich. Lediglich 17 Prozent meinten, Cannabis sei ernsthaft gesundheitsschädigend. 82 Prozent der jungen Tschechen erklärten, es sei einfach, an Cannabis heranzukommen - nur in Spanien lag dieser Wert ebenso hoch.

Informationen über illegale Drogen beziehen rund zwei Drittel der Befragten aus dem Internet. Deutlich seltener informieren sie sich bei Freunden, Eltern, Drogenberatungsstellen oder der Polizei. Eine Mehrheit wünschte sich, dass die Polizei bei den Dealern hart durchgreife. Für Konsumenten sollten dagegen „weiche“ Maßnahmen gelten wie Rehabilitationsangebote.

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