ebay-Medikamente interessieren Staatsanwälte nicht

, Uhr aktualisiert am 30.10.2014 17:50 Uhr

Berlin - Privatpersonen, die angebrochene oder verfallene Arzneimittel verkaufen wollen, finden dafür im Internet immer einen Weg. Vor allem ebay ist als Resterampe für Medikamente bekannt. Die Freie Apothekerschaft (FA) sammelt Angebote, die dort oder über das Portal ebay-Kleinanzeigen laufen, und stellt regelmäßig Strafanzeige – bislang ohne Erfolg.

Besonders engagiert ist Dietmar Frensemeyer. „Ich stelle durchschnittlich drei Strafanzeigen am Tag“, berichtet der Apotheker aus Baden-Württemberg. Von Einzelfällen könne also keine Rede sein. Der zuständige Ermittler bei der Polizei in Offenburg bestätigt: „Es gehen viele Anzeigen ein“. Das Problem sei aber, dass er für die Bearbeitung meist gar nicht zuständig sei. Er nehme dann lediglich die Anzeigen entgegen und leite sie an die jeweilige Polizeidienststelle weiter. „Ich versende die Anzeigen ins gesamte Bundesgebiet“, so der Polizist. Zuständig für die Ermittlungen ist die Dienststelle, in der sich der Tatort befindet. Also dort, wo die Angebote in die Auktionsplattform eingegeben wurden.

Dass die Apotheker die Anzeigen in den Internet-Portalen kritisch sehen, kann der Polizist nachvollziehen. Allerdings sei es wohl auch für die Betreiber der Online-Auktionen nicht immer ganz einfach zu erkennen, ob es sich bei den Produkten um verschreibungspflichtige Arzneimittel oder überhaupt um Arzneimittel handelt. Er betont aber: „Im Fall von Handel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist grundsätzlich vom Verdacht einer strafbaren Handlung auszugehen.“

Dass aufgrund seiner Anzeige ein Verfahren gegen einen der Verkäufer begonnen worden sei, hat Frensemeyer noch nicht gehört. Lediglich eine Frau habe einmal Strafe zahlen müssen.

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