Infektionskrankheiten

Ebola: Infizierter Arzt gestorben

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Hamburg/Freetown -

Ein an Ebola erkrankter Arzt aus Westafrika, der möglicherweise in Hamburg behandelt werden sollte, ist tot. Das teilten seine Ärzte auf Twitter mit. Sie seien traurig über den Verlust von Dr. Sheik Umar Khan, ihren Patienten und Kollegen, „einen inspirierenden Mann“, so die Mediziner der Organisation Ärzte ohne Grenzen. Er sei in einer Klinik im Norden von Sierra Leone gestorben. Umar hatte sich im Kampf gegen Ebola selbst infiziert.

Nach Angaben des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) lagen am Dienstag für die Behandlung von zwei Infizierten Anfragen vor. Unbestätigten Berichten zufolge hätte es sich bei einem der beiden Patienten um Umar handeln können. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte angefragt, ob der Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation dort betreut werden könnte. Es gebe zudem eine Anfrage für einen zweiten möglichen Patienten aus Liberia, teilte Dr. Stefan Schmiedel von der Sektion Tropenmedizin der Bernhard-Nocht-Klinik in Hamburg mit.

In Westafrika haben sich schon viele Ärzte und Krankenschwestern bei ihrer Arbeit angesteckt, die meisten überleben nicht. Das Hauptproblem der aktuellen Epidemie sei die fehlende Kooperation der Bevölkerung, sagte Professor Dr. Stefan Günther, Leiter der Virologie am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Eine Sprecherin des Roten Kreuzes in Afrika berichtete, dass sich viele Menschen mit Ebola-Symptomen lieber an traditionelle Heiler statt an die Gesundheitszentren wendeten. Auch seien zahlreiche Westafrikaner der Auffassung, dass Ebola gar nicht existiere.

Die bisher schwerste Ebola-Epidemie der Geschichte war im März in Guinea ausgebrochen und hatte sich schnell in die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Bis Mitte Juli starben in der Region mehr als 600 Menschen an dem Virus.

Vor wenigen Tagen war ein erster Fall in Nigeria bekannt geworden. Die Luftaufsichtsbehörde des Staates zog Konsequenzen: Sie untersagte der in Togo ansässigen panafrikanischen Fluggesellschaft ASky mit sofortiger Wirkung, Ziele in Nigeria anzufliegen. Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf hatte bereits zu Beginn der Woche eine weitgehende Schließung der Landesgrenzen angeordnet. Der liberianische Fußballverband sagte sämtliche geplanten Spiele im Land vorerst ab.

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