Neuer Blackout in Berlin

Experte fordert Energiezuschuss für Gesundheitseinrichtungen

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Berlin -

Erneut sind in Berlin zehntausende Haushalte, Unternehmen und Einrichtungen ohne Strom. Eine linksextremistische Gruppe hat sich dazu bekannt, mehrere Kabel zerstört und damit den Blackout verursacht zu haben. Auch auf die Gesundheitsversorgung könnten solche Anschläge gravierende Folgen haben, warnt ein Experte.

Am Kraftwerk Lichterfelde soll eine nur wenige Meter lange oberirdische Kabelbrücke mit fünf Hochspannungs- sowie zehn Mittelspannungskabel am Samstagmorgen zerstört worden sein. Bekannt zu dem Brandanschlag hat sich die „Vulkangruppe“. Zeitweise waren mehr als 45.000 Haushalte, Supermärkte, Läden, Lokale und Unternehmen im Südwesten von Berlin ohne Strom. Betroffen sind weiteTeile des bürgerlichen Stadtteils Steglitz.

Noch bis Donnerstag könnte es dauern, bis die Schäden behoben und die Stromzufuhr wiederhergestellt ist. 19 Schulen sollen so lange geschlossen bleiben. Polizei, Feuerwehr sowie Katastrophenschutz und verschiedene Hilfsorganisationen sind im Einsatz, mehrere Notunterkünfte wurden eingerichtet. Mobilfunk und Notruf sind eingeschränkt.

Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer des Verbands Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB), kommentiert: „Der grossflächige Stromausfall in Berlin zeigt, wie fragil die Infrastruktur sein kann. Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegebereich sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und brauchen Zugang zu sicherer und im Notfall auch autarker Energieversorgung. Dies wird derzeit für Pflegeinrichtungen nicht refinanziert und kann deshalb nicht vorgehalten werden.“ Er fordert daher: „Dies sollte sich perspektivisch dringend ändern.“

Erst im September hatte es im Südosten von Berlin einen mehrtägigen Stromausfall gegeben. Auch hier waren zehntausende von Haushalten und Unternehmen betroffen, darunter auch der Pharmakonzern Berlin-Chemie sowie Apotheken im Stadtgebiet. Damals wurde ein Strommast in Johannisthal angezündet; auch hier sollen Linksextremisten die Täter gewesen sein.

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