Apotheker belieferte Schwarzmarkt

Europol jagt „Schwarzmarkt-Apotheker“

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Berlin -

Im Rahmen der von Europol koordinierten Operation „Shield VI“ gingen zwischen April und November Ermittler in 30 Ländern gezielt gegen Arzneimittelkriminelle vor. Dabei wurden gefälschte Medikamente und andere illegale Produkte im Wert von rund 33 Millionen Euro sichergestellt.

Im Zuge der europaweiten Schwerpunktaktion wurden große Mengen illegaler Medikamente aus dem Verkehr gezogen. Laut Europol wurden rund 140.000 Arzneimittelpackungen, etwa 3,3 Tonnen Pulver und Rohmaterial, rund 900 Liter konzentrierte Wirkstoffe, etwa 3,2 Millionen Tabletten sowie knapp 920.000 Ampullen und Fläschchen sichergestellt. Bei den beschlagnahmten Präparaten handelte es sich unter anderem um vermeintliche Gewichtsreduktionsmittel, Dopingmittel, anabole Steroide, falsche Nahrungsergänzungsmittel sowie gefälschte medizinische Geräte.

Außerdem wurden 3354 Personen strafrechtlich verfolgt und 907 Ermittlungen eingeleitet. 43 kriminelle Organisationen wurden untersucht, fünf Untergrundlabore und zehn Produktionsstätten geschlossen. 233 Websites wurden überwacht, 66 wurden abgeschaltet. Insgesamt wurden 4186 Inspektionen durchgeführt sowie 5517 Dopingkontrollen im Wettkampf und 5916 Dopingkontrollen außerhalb des Wettkampfs durchgeführt.

Apotheker belieferte Schwarzmarkt

Hierzulande nahm das Gemeinsame Ermittlungsteam Drogenbekämpfung (GER Mainz) in Rheinland-Pfalz eine Gruppe ins Visier, die in den groß angelegten Handel mit Drogen und Arzneimitteln verwickelt war. Die im Rahmen der letztjährigen Aktion eingeleiteten Ermittlungen ergaben, dass ein Apotheker der Gruppe seit 2020/2021 mutmaßlich erhebliche Mengen legal erworbener Arzneimittel verkauft hatte. Diese wurden anschließend über Online-Shops im Darknet und im Clearnet vertrieben.

Im September 2025 vollstreckten die Strafverfolgungsbehörden mehrere Durchsuchungsbefehle und beschlagnahmten eine große Menge an Arzneimitteln. Darunter befanden sich auch Betäubungsmittel wie verschiedene Benzodiazepinpräparate und andere verschreibungspflichtige Medikamente. Mittlerweile hat der Apotheker seine Betriebserlaubnis verloren.

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