Sterbehilfe

Dignitas plant Präzedenzfall

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Die schweizerische Sterbehilfe-Organisation Dignitas strebt einen juristischen Präzedenzfall für eine straffreie Suizid-Begleitung an, berichtet die Berliner Zeitung. Die Organisation suche im Großraum Berlin eine sterbewillige Person, deren Angehörige bereit sind, Sterbehilfe zu leisten und den Fall mit Dignitas-Hilfe bis zum Bundesgerichtshof durchzufechten.

Dagegen müsse die Politik vorgehen, fordert die Deutsche Hospiz Stiftung. Die „gewerbs- und geschäftsmäßige Vermittlung von Suizid“ müsse in Deutschland verboten werden, sagte Stiftungs-Vorstand Eugen Brysch. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben mehrerer Bundesländer müsse endlich verwirklicht werden. Bislang sorge lediglich das Betäubungsmittelgesetz dafür, dass Sterbehilfe-Organisationen in Deutschland nicht aktiv werden könnten, erklärte Brysch. Und dieses Gesetz sei „nicht besonders wasserdicht“.

Brysch sagte: „Deshalb wird es jetzt höchste Zeit, dass die Politik hellwach wird.“ Er verwies darauf, dass pro Jahr rund 300.000 Menschen in Deutschland versuchten, sich das Leben zu nehmen. Bei etwa 10.000 Menschen führe ein Selbstmordversuch tatsächlich zum Tode. „Von denen, die einen Selbstmordversuch überleben, sind aber fast 98 Prozent sehr froh darüber, weil sie wieder eine Chance zum Leben bekommen haben“, betonte Brysch. Die Hospiz Stiftung ist eine Patientenschutzorganisation für Schwerstkranke und Sterbende.

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