Diabetes

Diabetikerwarnhunde für den Notfall dpa, 06.04.2015 14:01 Uhr

Margetshöchheim - Der weiße Pudel Rocket mit den beigefarbenen Ohren beobachtet sein Frauchen Annegret Pross während des Spaziergangs intensiv. Auf einmal stellt er sich Pross in den Weg und blickt sie an. Das ist für die Diabetikerin aus dem unterfränkischen Margetshöchheim bei Würzburg ein wichtiger Warnhinweis: Ihr Insulinspiegel könnte zu niedrig sein. Sie lässt den Pudel deshalb vorsichtshalber an ihrem Unterarm riechen und Rocket pfötelt deutlich. Er drückt mit seiner Pfote ihren Arm fest nach unten. Damit ist klar, dass die 57-Jährige schnell etwas gegen ihren Unterzucker tun muss, damit sie nicht ohnmächtig wird. Im schlimmsten Fall kann sogar ein lebensgefährliches Koma drohen.

Pudel Rocket ist ein ausgebildeter Diabetiker-Warnhund. Er riecht die Gefahr für sein Frauchen. „Rocket schlägt bei einem Unterzucker-Wert von 70 Milligramm pro Deziliter an. Dann wird er nervös. Bis 60 kann ich mir noch selbst helfen“, sagt die gelernte Krankenschwester, die mittlerweile aufgrund ihrer Krankheit als schwerbehindert gilt und erwerbsunfähig ist.

Ein gesunder Mensch hat morgens einen Blutzuckerwert von 70 bis 100 mg/dl. Sie ist seit 1989 Diabetikerin Typ 1. Bevor der Pudel die Lizenz zum Lebenretten hatte, musste ihr Mann oft den Notarzt alarmieren oder sie in die Notfallpraxis fahren. Fünfmal musste sie bereits nachts eingeliefert werden, weil sie die gefürchtete Unterzuckerung nicht rechtzeitig wahrnahm. „Mein Mann merkt das erst, wenn ich krampfe wie ein Epileptiker, weil das Gehirn nicht mehr genügend Zucker hat.“

Vor fünf Jahren fand die Diabetikerin bei der Tierpsychologin Maja Wonisch aus dem baden-württembergischen Scheer endlich Hilfe. Sie bildet in ihrem Hundezentrum am Bodensee speziell Diabetiker-Warnhunde aus und war eine der ersten in Deutschland. „In den USA werden schon seit Jahren solche Hunde ausgebildet. Hier setzt sich der Diabetiker-Warnhund langsam durch“, sagt Wonisch.

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