Inhaber ärgert sich über Energieabfrage

Bei Stromausfall: Fremder Arzt in der Apotheke

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Berlin -

Im Rhein-Sieg-Kreis werden aktuell Infofaxe vom Gesundheitsamt an die Apotheken versandt. Das Thema: Sicherstellung der Energieversorgung im Falle eines Blackouts. „In Zeiten, in denen Apotheken gezielt wegrationalisiert werden sollen, kommt diese Anfrage“, beklagt ein Inhaber. „In diesem Fall sind wir dann gut genug.“ Mehr noch: „Wir werden auch gefragt, ob wir im Notfall einverstanden wären, dass ein fremder Arzt in der Offizin Rezepte ausstellt.“

Nach den beiden großflächigen Blackouts in Berlin will man besser vorbereitet sein. Deshalb werden Apotheken im Rhein-Sieg-Kreis aktuell gebeten, bis Ende Januar Fragen des Gesundheitsamts bezüglich ihrer Energieversorgung zu beantworten. Konkret heißt es: „Aufgrund der aktuellen Vorkommnisse in Berlin wurde das Thema Energieversorgung im Krisenfall in meiner Behörde erneut aufgegriffen, um das Konzept der Notfallvorsorge der kritischen Infrastruktur weiter zu entwickeln.“

Notstrom, ja oder nein?

Man wolle die Verfügbarkeit von Notstrom abfragen. Inhaberinnen und Inhaber sollen beispielsweise Angaben dazu machen, ob ihre Apotheke über eine Notstromversorgung verfügt, wie lange ein Stromausfall überbrückt werden kann – mit Angabe konkreter Zeiträume – und wie hoch der stündliche Treibstoffbedarf ist. „Es wird auch abgefragt, ob man Treibstoff vorhalte und ob man über eine andere unabhängige Stromquelle wie Solarstrom verfüge“, berichtet ein Inhaber.

KV-Arzt in der Apotheke

Besonders interessant finde er jedoch die zweite Frage: „Sind Sie bereit im Falle eines Blackouts einem von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gestellten Arzt in Ihrer Offizin, im Beratungsraum oder einem anderweitig abgetrennten Bereich, Platz zu gewähren um dort Verschreibungen für Patienten und Patientinnen auszustellen.“ Und weiter: „Es werden selbstverständlich keine Untersuchungen oder Blutabnahmen in der Apotheke erfolgen.“

Im Notfall würde er eventuell noch einen Arzt seines Vertrauens in seine Räume lassen, „aber doch nicht irgendeinen Arzt“ von KV. „Am Ende heißt es womöglich noch, ich soll die Apotheke verlassen, ein Amtsapotheker übernimmt“, ärgert er sich.

Gut genug

Diese Abfrage sei vor allem im Hinblick auf die prekäre politische Situation unangemessen: „In Zeiten, in denen Apotheken gezielt wegrationalisiert werden sollen, kommt dieses Schreiben. Dann sind wir wieder gut genug“, sagt er. „Ich kann all diese Punkte eigentlich erfüllen, aber mit diesem Hintergrund bin ich mir nicht sicher, ob ich dann noch Lust dazu habe“, sagt er.

Denn: „Unsere Regierung behandelt uns wie den letzten Dreck. Unser Einsatz zu Corona-Zeiten ist auch schon vergessen, obwohl die Apotheken die Kuh vom Eis geholt haben.“ Er habe das Schreiben beantwortet und die Fragen jeweils verneint. „In dieser Situation, wo uns ständig in den Hintern getreten wird, werde ich auch nicht herhalten. Das sehe ich gar nicht ein“, stellt er klar.

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