Lifestyle vs. Familie

30 Prozent Teilzeit: Das sind die Gründe

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Berlin -

Unter anderem mit der Debatte um Teilzeit wird derzeit politisch heftig argumentiert. Für die Apotheken ein großes Thema, sind doch viele der dort Beschäftigten in Teilzeit angestellt. „Ein Angriff auf das Teilzeitrecht wäre ein Angriff auf sozialen Fortschritt, Gleichstellung und die Zukunftsfähigkeit der Apothekenberufe“, heißt es auch von der Adexa. Doch wie viele Menschen sind überhaupt in Teilzeit beschäftigt und aus welchen Gründen?

Laut Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kam der Wunsch nach Teilzeit 2024 für eine reine Reduzierung der Arbeitsstunden von knapp 28 Prozent der Erwerbstätigen in Teilzeit – bei den Frauen waren es 29 Prozent, bei den Männern 25 Prozent.

Persönliche Wünsche und familiäre Verpflichtungen

Zur Betreuung von Angehörigen wollten knapp 24 Prozent der Teilzeitbeschäftigten weniger arbeiten, um sich um Kinder, Menschen mit Behinderungen oder pflegebedürftige Personen zu kümmern. Hier zeigt sich der deutliche Unterschied zwischen den Geschlechtern: Bei Frauen war dieser Anteil mit 29 Prozent mehr als viermal so hoch wie bei den Männern mit 7 Prozent, meldet Destatis. Bei den angegebenen Gründen handelt es sich jeweils um den Hauptgrund nach der Selbsteinschätzung der Befragten.

Um nebenbei eine Aus- oder Fortbildung oder ein Studium zu stemmen, wollten knapp 12 Prozent verkürzt arbeiten. Hier war der Männeranteil mit mehr als 21 Prozent deutlich höher als bei den Frauen (mehr als 8 Prozent). Als weitere Teilzeit-Gründe wurden die eigene Krankheit oder Behinderung (5 Prozent) angegeben. Weitere 5 Prozent der Teilzeitbeschäftigten würden gern in Vollzeit arbeiten, fanden aber keine passende Stelle. Die übrigen innerhalb des Mikrozensus befragten Arbeitnehmer:innen in Teilzeit (etwa 27 Prozent) gaben andere familiäre, persönliche oder sonstige Gründe für ihre Teilzeitbeschäftigung an.

Die Hälfte der Frauen arbeiten in Teilzeit

Insgesamt arbeiteten 2024 in Deutschland 30,6 Prozent aller Erwerbstätigen in Teilzeit – 13,1 Millionen Menschen. Die Quoten sind jedoch sehr verschieden: Knapp 50 Prozent aller erwärbstätigen Frauen sind Teilzeitbeschäftigte, bei nur 14 Prozent aller arbeitenden Männer. Zur Betreuung von Angehörigen wie Kindern oder Pflegebedürftigen geschah die Stundenreduzierung zumeist auf eigenen Wunsch, um die Betreuung selbst zu übernehmen. Die Verfügbarkeit oder die Kosten von Angeboten hätten bei der Entscheidung eine vergleichsweise untergeordnete Rolle gespielt, so die Umfrageergebnisse.

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