20 Shakes hat Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Analyse untersucht – und fand dabei Keime, Schadstoffe und Deklarationsmängel. Nur zwei Produkte schneiden gut ab. Apothekenübliche Produkte landen im Mittelfeld.
Die Preise liegen zwischen 67 Cent und 2,87 Euro pro Portion. „Tatsächlich lassen sich mit allen Pulvern Pfunde loswerden“, erklärt Warentest. Die Qualität vieler Produkte lasse aber „zu wünschen übrig“. Eine Wirksamkeit attestieren die Testenden den Produkten allerdings nur in Kombination mit einer ausgewogenen Diät und Bewegung.
Aus dem Apothekensegment wurden unter anderem „Apoday Slim Vanille-Geschmack“ (Portionspreis 1,30 Euro, Testurteil befriedigend), „Yokebe. Die Aktivkost Classic“ (1,28 Euro, ausreichend) und Almased (2,22 Euro, ausreichend) getestet.
Schadstoffe und Keime konnten in unterschiedlichen Produkten nachgewiesen werden. Bei den Produkten von Apoday und Formoline etwa wies Warentest hohe Gehalte an Chlorat nach. „Mit täglich zwei Shakes dieser Pulver schöpft ein 76 Kilo schwerer Mensch die maximal tolerierbare Aufnahmemenge der Schadstoffe zu mehr als 25 Prozent aus“, mahnt Warentest. Beim Apoday-Produkt führte dies zu einer nurnoch ausreichenden Bewertung bezüglich der Schadstoffbelastung
In einem weiteren Pulver wiesen die Testenden eine hohe Anzahl an Enterobakterien nach, die laut Warentest den Warnwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) überschritt. In einem weiteren die Richtwerte von Schimmelpilzen und Bacillus Cereus (Pseudomilzbrandbazillus): „Das deutet auf Produktionsprobleme hin, ein Gesundheitsrisiko besteht nicht“, erklären die Testenden.
Laut Warentest wurden bei fast allen Pulvern Süßstoffe wie Sucralose oder Stevioglykoside zugesetzt. Die Studienlage hierzu sei laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) widersprüchlich. Die Testenden erklären: „Aus fachgutachterlicher Sicht überwiegt in Diätshakes aber der Nutzen der kalorienfreien Süße.“
An sieben Produkten kritisierten die Testenden neben falschen Angaben zum Vanillegeschmack unter anderem bei Almased, dass „aktive Honigenzyme“ beworben werden – ohne zu erklären, worin hier der Nutzen liege. Darüber hinaus werde nur die Hälfte der angegebenen Enzymaktivität erreicht. Ebenso seien „grenzwertige Angaben auf dem Beipackzettel“ enthalten. Deshalb erhielt Almased in der Deklarationsbewertung lediglich ein „mangelhaft“.
Bei Almased und Yokebe werde ein Diätplan beschrieben, bei dem drei Hauptmahlzeiten ersetzt werden sollen. Laut Warentest ist bei Mahlzeitenersatzprodukten aber nur der Ersatz von maximal zwei Hauptmahlzeiten vorgesehen.
In der EU unterliegen Diätshakes strengen Regeln, wenn sie als Mahlzeitenersatz zur Gewichtskontrolle vermarktet werden. Eine Portion muss zwischen 200 und 400 Kilokalorien enthalten. Auch die Nährstoffverteilung ist genau festgelegt: Proteine müssen 25 bis 50 Prozent des gesamten Brennwerts ausmachen, während der Fettanteil höchstens 30 Prozent betragen darf und eine Mindestmenge an essenzieller Linolsäure enthalten sein muss.
Zusätzlich müssen zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe enthalten sein, die mindestens 30 Prozent des täglichen Referenzwertes pro Mahlzeit abdecken. Herkömmliche Trinkmahlzeiten müssen diese speziellen Anforderungen nicht erfüllen, solange sie nicht ausdrücklich zur Gewichtsreduktion beworben werden.
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