Pick-up-Stellen

„Sicherer als jede Apotheke“

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Die Europa Apotheek Venlo will den Service an den Pharma Punkten in dm-Drogeriemärkten verbessern. Ab kommender Woche sollen die Kunden nur noch maximal 48 Stunden auf ihre verschreibungspflichtigen Arzneimittel warten, statt wie bisher 72 Stunden. Wie der Mitbegründer der Europa Apotheek, Klaus Gritschneder, ankündigte, soll es für die 1000 gängigsten OTC-Präparate sogar einen Express-Service geben, bei dem Bestellungen bis 17 Uhr schon am folgenden Tag abgeholt werden können.

Auch in puncto Datensicherheit will Gritschneder aufsatteln: Die neue Kundenkarte ist mit einem Barcode versehen, damit der Kunde seine persönlichen Daten nicht bei jeder Bestellung neu eingeben muss. Auf der Karte seien keine Daten gespeichert; allerdings muss der Kunde am Terminal sein Geburtsdatum sowie die Postleitzahl eingeben, um sich zu identifizieren.

Bei der Abholung muss neben dem Abholzettel der Personalausweis vorgezeigt werden. Von beauftragten Dritten werden laut Gritschneder die Personalien aufgenommen: „Damit sind wir deutlich über dem Standard jeder normalen Apotheke. Da fragt Sie kein Mensch, ob Sie derjenige sind, für den das Arzneimittel bestimmt ist.“

In den dm-Filialen fragt dagegen offenbar kein Mensch nach den Nebenwirkungen der Arzneimittel. Bislang habe noch kein einziger Kunde das kostenlose Beratungstelefon in den Filialen benutzt, räumte Gritschneder gegenüber APOTHEKE ADHOC ein. Problematisch findet er das nicht: „Die meisten Kunden bestellen bei uns ihre gewohnten Arzneimittel.“ Allerdings komme es häufiger vor, dass die sieben Apotheker aus dem Call-Center in Venlo bei Kunden anriefen, um auf Wechselwirkungen hinzuweisen, so Gritschneder. Außerdem ist die Infofunktion am Terminal deutlich ausgebaut worden.

dm und die Europa Apotheek hatten am Vormittag angekündigt, bis Mitte 2009 in allen 1000 Filialen der Drogeriemarktkette Pharma Punkte zu installieren. Schon heute spielt das reine Internet-Geschäft der Europa Apotheek Gritschneder zufolge eine „marginale Rolle im Verhältnis zum Gesamtumsatz“. Laut Gritschneder gehört die Europa Apotheek zu den „großen Drei“ im deutschen Versandhandelsmarkt; genaue Zahlen waren aber nicht zu erfahren.

Für den Erfolg dürfte künftig entscheidend sein, wie der Bundesgerichtshof über die Frage der Arzneimittelpreisverordnung entscheidet: Gilt diese auch für ausländische Versandapotheken, dürfte das auch bei der Europa Apotheek kräftig ins Kontor schlagen: Der Rx-Anteil sei - auch gemessen an abgegebenen Packungen - „dramatisch“ und liege deutlich über 75 Prozent, sagte Gritschneder gegenüber APOTHEKE ADHOC.

Aktuell konkurrieren gegensätzliche Urteile verschiedener Oberlandesgerichte zu dieser Frage. Bis zu einer endgültigen Klärung sieht Gritschneder kein Problem, je nach Preis des Medikamentes Rabatte zwischen 2,50 Euro und 15 Euro zu gewähren. Im OTC-Bereich wirbt die Versandapotheke mit Ersparnissen zwischen 10 und 40 Prozent.

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