Großhandelskonditionen

Sanacorp: 5 Euro pro Telefon-Abfrage

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Lieferpauschalen und Retourengebühren gehören bei vielen Großhändlern neuerdings wieder zum Standard. Sie müssen sparen und wollen mit solchen Maßnahmen ihre Kunden erziehen. Die Sanacorp kassiert neuerdings für eine weitere Dienstleistung: Jede Spezialanfrage im Telefoncenter und jede Dispo-Bestellung kostet die Apotheken ab Oktober fünf Euro. Wie bei dem „Dienstleistungsbeitrag“ sollen aber offenbar nicht alle Kunden pauschal zur Kasse gebeten werden.

Anfragen zu ausgefallenen Kundenwünschen, zur Verfügbarkeit oder zur Lieferfähigkeit von Importen fallen in Apotheken relativ häufig an. Alle Großhändler unterstützen die Apotheken bei der Recherche. Der Telefonservice ist normalerweise kostenlos, nur bei Dispo-Bestellungen werden schon mal Gebühren verlangt.

Einfache Abfragen in der Datenbank werden auch bei der Sanacorp künftig kostenlos angeboten. Spezialanfragen werden an die Dokumentation weitergegeben, wo sich pharmazeutisches Fachpersonal um die Wünsche der Kunden kümmert, bei Herstellern anruft oder die Fachliteratur wälzt. Der Aufwand sei enorm: Täglich werden einem Sprecher zufolge 1000 Anrufe in die Fachabteilung durchgestellt.

Deshalb will die Sanacorp ihre Kunden künftig vor die Wahl stellen, ob sie verbunden werden möchten. Nur in diesem Fall werden die fünf Euro fällig. „Der Kunde wird nie gezwungen, eine Gebühr zu bezahlen“, versichert der Sprecher. Alternativ könnten die Apotheken selbst in der Arzneimittel-Datenbank der Sanacorp recherchieren.

Ebenfalls ab Oktober erhebt die Sanacorp einen „Dienstleistungsbeitrag“, dessen Höhe mit den Kunden individuell verhandelt werden soll. Im Einzelfall ist von 95 Euro monatlich die Rede. Hinzu kommen gegebenenfalls 95 Cent pro Tour. Auch die Kosten für die „zentrale Artikelauskunft“ sind wohl Verhandlungssache.

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