Drogeriekette

Rossmann-Expansion stockt

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Die niedersächsische Drogeriekette Rossmann hat ihren europaweiten Konzernumsatz im vergangenen Jahr um mehr als 21 Prozent auf 3,85 Milliarden Euro gesteigert. Wie das Unternehmen aus Burgwedel mitteilte, hat sich auch das Ergebnis positiv entwickelt. Trotz des Starts in Albanien geht die Expansion des Filialisten derzeit aber langsam voran - entweder weil die gesteckten Ziele nicht erreicht werden konnten oder weil den angekündigten Neueröffnungen zahlreiche Schließungen gegenüber standen.

In Deutschland steigerte Rossmann mit seinen aktuell knapp 1500 Märkten den Umsatz um 18 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro; ohne den übernommenen Mitbewerber Kloppenburg wäre das Plus einstellig gewesen. Der Versandhandel lag mit 26,2 Millionen Euro 14 Prozent über Vorjahr.

Trotz angekündigter 120 Neueröffnungen stieg die Filialzahl ohne die 160 Kloppenburg-Märkte bis heute netto nur um rund 60 Geschäfte. Im niedersächsischen Burgwedel bleibt man ehrgeizig: In diesem Jahr sollen 100 neue Filialen eröffnet und dadurch 600 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Der Umsatz der Auslandsgesellschaften in Polen, Ungarn und Tschechien stieg auf 948 Millionen Euro; das entspricht einem Wachstum von rund 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Osteuropa betreibt Rossmann derzeit 639 Drogeriemärkte, wobei der Expansion bei angekündigten 80 Eröffnungen offenbar ebenfalls zahlreiche Schließungen gegenüber standen. Während Rossmann in Polen wuchs, war die Zahl der Geschäfte in Ungarn stabil, in Tschechien sogar leicht rückläufig. 83 neue Märkte sollen in diesem Jahr im Ausland dazukommen.

Zum Gewinn macht das Unternehmen, an dem neben der Familie der asiatische Handelskonzern AS Watson 40 Prozent der Anteile hält, nichts bekannt. Verdient wird allerdings offenbar im Ausland, wo Rossmann eigentlich nur ein Viertel des Umsatzes macht: 2007 trug zum Konzerngewinn in Höhe von 52 Millionen das Auslandsgeschäft mit 21 Millionen Euro wesentlich bei.

In Deutschland dürfte dagegen die Sanierung der Ende 2007 übernommen Drogeriekette Kloppenburg noch Kräfte kosten. Der Filialist aus Schleswig-Holstein hatte im letzten Jahr der Selbstständigkeit mit seinen 160 Filialen einen Nettoumsatz von 243 Millionen Euro erzielt, 3 Prozent weniger als 2006. Nur durch den Verkauf von Immobilien hatte Kloppenburg nach einem negativen Vorsteuerergebnis von 2,5 Millionen Euro rote Zahlen vermeiden können. Allerdings hatte das alte Management auch für 2008 ein negatives Ergebnis in Aussicht gestellt.

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