Pharmakonzerne

Roche droht 340 Millionen-Euro-Bußgeld

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Dem Pharmakonzern Roche droht eine Geldstrafe von bis zu 340 Millionen Euro. Auf Verlangen der EU-Kommission ist ein Verfahren wegen mutmaßlicher Mängel bei der Überprüfung der Sicherheit von Medikamenten gegen das Schweizer Unternehmen eröffnet worden. Roche will nach eigenen Angaben uneingeschränkt mit den Ermittlern zusammenarbeiten.

Sollten dem Schweizer Konzern strafbare Verfehlungen nachgewiesen werden, droht laut EU-Regeln eine Buße in Höhe von fünf Prozent des im betreffenden Jahr innerhalb der Union erreichten Umsatzes. Die Roche-Bilanz für 2011 weist dafür einen Umsatz von 8,2 Milliarden Franken aus. Damit könnte die Buße bis zu 411 Millionen Franken (340 Millionen Euro) betragen. Ob dem Konzern am Ende eine Buße auferlegt wird, muss die EU-Kommission entscheiden.

Die EMA hatte auf Basis der von Roche übermittelten Angaben im Juni erklärt, dass in mehreren Tausend Fällen Hinweise auf potenzielle Nebenwirkungen von Medikamenten – vor allem bei Patienten in den USA – möglicherweise nicht ordnungsgemäß an Kontrollinstanzen weitergegeben wurden. Nun soll geklärt werden, ob gegen Meldevorschriften verstoßen wurde.

Betroffen sind 17 Medikamente, die unter 19 Markennamen vertrieben werden – darunter die Krebsmittel Herceptin und Avastin sowie das Grippemittel Tamiflu. Alle Medikamente sowie die dazugehörigen Behandlungsrichtlinien bleiben laut EMA weiter zugelassen. Es gebe keine Hinweise auf Schäden für Patienten.

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